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Brutsaison 2019 – digitale Naturbeobachtung

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Hier ist die chronologische Dokumentation des Brutgeschäftes (Blau- und Kohlmeisen) in 2019. Die Technik wurde im Rahmen eines von der Heinz-Sielmann-Stiftung geförderten Projektes naturWatch.HN an der Hochschule Niederrhein entwickelt.

Link Blick in die Nistkästen http://cbrell.de/naturwatchcam/

Link zur Dokumentation 2018 https://cbrell.de/naturwatch/brutsaison-2018/.

Link zur Projektbeschreibung https://cbrell.de/naturwatch/.

Link zur Bauanleitung für die Videokästen https://cbrell.de/blog/bauanleitung-video-nistkasten-fuer-hoehlenbrueter/.

Stand: 23.05.2019: Zweite Brut hat begonnen

09.03.2019 Wiederinbetriebnahme der digitalisierten Nistkästen

Über den Winter waren die Nistkästen ausgeschaltet. Lediglich der Nistkasten auf dem Hochschulcampus in Mönchengladbach war durchgängig in Betrieb und funkt Daten ins Internet. Die Besonderheit dieses Kastens ist die autarke Energieversorgung über Solarpanel und Bleigelakku. Die Energieversorgung hat sich als sehr robust herausgestellt. Derzeit ist rund um den Nistkasten Baustelle und eine Wartung ist nicht möglich – das Gelände ist eingezäunt.

Abb.: Der Nistkasten auf dem Campus inmitten der Baustelle. Zu sehen ist das KG-Rohr mit der Energieversorgungs-Elektronik und das am Baum angeschraubte Solarpanel. Foto vom 07.12.2018

14.03.2019 Beginn des Nestbaus

Abb.: Meise bringt erstes Nistmaterial in den Kasten

16.03.2019 Campus Mönchengladbach zwei Meisen gleichzeitig im Nistkasten

Obwohl der Nistkasten auf dem Campus mitten in einer Baustelle hängt und offensichtlich auch kein Moos in der Nähe ist, interessieren sich zwei Meisen für die Nistgelegenheit.

Abb.: Zwei Meisen gleichzeitig im Nistkasten auf dem Campus in Mönchengladbach

17.03.2019 Übernachtungsgäste in drei Nistkästen

Drei Nistkästen werden nun als Übernachtungsgelegenheit angenommen. Außentemperaturen gehen bis auf 3°C hinunter, das freuen sich die Meisen über die in zwei Nistkästen eingebaute kleine Heizung.

Abb.: Übernachtungsgäste in drei Nistkästen

18.03.2019 Ordentlicher Nestbau in drei Nistkästen

Abb.: Für einen Austausch des Nistkastens ist es mittlerweile zu spät – es wird schon gebaut.

Abb.: Mittlerweile sind schon Nestkonturen zu erkennen

22.03.2019 Zeitraffervideo: Ein Tag Nestbau in einer Minute


Im Nistkasten „Schweizer Modell“ wurden heute die ersten Federchen verbaut. Regelmäßig wird der Kasten auch zum Schlafen aufgesucht. Das Zeitraffer-Video zeigt den ganzen Tag in weniger als einer Minute.

24.03.2019 Fluglochverengung wegen „Spatzenalarm

Unter lautem Geschimpfe der Vögel wurde heute das zu große Einflugloch eines Nistkastens von 35 mm auf 30 mm verengt. Spatzen hatten das schon fast fertige Nest entdeckt und inspizierten fleißig den Kasten. Die Spatzen sollen einen eigenen Kasten, der für Koloniebrüter geeignet ist, bekommen.

Abb.: Fluglochverengung durch Vorsatz eines Brettchens.

25.03.2019 Federchen in allen Nestern

Die Nester werden mit Federchen ausgepolstert und erhalten damit das Finish.

Abb.: Nest im Kasten, bereits mit Federchen ausgepolstert.

31.03.2019 Vier Eier in einem Nistkasten

Im Nistkasten mit der Heizung ist das Brutgeschäft im Gange. Am Abend lagen vier Eier im Nest. bei den anderen (unbeheizten) Nistkästen ist bislang kein Ei zu sehen. Nächtliche Außentemperaturen (Tiefstwerte)  können der Tabelle entnommen werden. Die Daten stammen aus der Temperaturüberwachung eines Bienenstocks https://cbrell.de/biene40.

Datum nächtliche Tiefsttemperatur Tageshöchsttemperatur
31.03.2019 7°C 14°C
30.03.2019 5°C 19°C
29.03.2019 3°C 19°C
28.03.2019 7°C 13°C

Abb.: Vier Eier im beheizten Nistkasten

28.03.2019 Das erste Ei

Abb.: Ein Ei liegt unbedeckt im Nistkasten

19.04.2019 Die ersten zwei Küken im beheizten Nistkasten

Am Morgen um 07:00 sind die ersten beiden Küken von zehn geschlüpft. Nun muss die Meise zwei Dinge im Blick behalten: Die Temperatur der anderen Eier und die Futterversorgung der bereits geschlüpften Küken.

Abb.: Zwei Küken aus insgesamt zehn Eiern sind geschüpft.

Abb.: Die frisch geschlüpften Küken werden ebenso von den Altvögeln gewendet wie die Eier.

20.04.2019 Alle Küken im geheizten Nistkasten geschlüpft

Von der Ablage des ersten Eis im geheizten Nistkasten bis zum Zeitpunkt, an dem alle geschlüpft sind, hat es 23 Tage gedauert.

Abb.: Zehn Meisenküken geschlüpft

21.04.2019 Erstes Küken im nicht beheizten Nistkasten geschlüpft.

Die Temperaturen waren jetzt mehrere Tage über 25°. Auch im unbeheizten Nistkasten hat ein erstes Küken den Schnabel aus dem Ei gestreckt.

Erstes Meisenküken im unbeheizten Nistkasten

Abb.: Ein winziges Küken im unbeheizten Nstkasten

Detail erstes Meisenküken.

Abb.: Detailaufnahme des frisch geschlüpftne Meisenkükens 

26.04.2019 Die Küken kuscheln sich an die Heizung

Im beheizten Nistkasten reagieren die Meisenküken auf die stark gefallenen Temperaturen und kuscheln sich an die Heizung. Dazu haben Sie sich aus der Mitte des Nistkastens herausbewegt. Unklar ist, ob sie das selber getan haben oder ob die Meiseneltern die Küken umpositionieren.

Ein Bild gibts in der Twitter-Meldung:

28.04.2019 Beide Meiseneltern füttern

Eine der seltenen Aufnahmen, bei der beide Meiseneltern gleichzeitig im Kasten sind.

Abb.: Zwei Meiseneltern gleichzeitig im Nistkasten

 

03.05.2019 Füttern im Schweizer Nistkasten

Abb.: Das Größte an den Kücken scheinen die aufgerissenen Schnäbel.

05.05.2019 Video sieben Minuten im Leben von Kohlmeisenküken

Das Video wurde mit dem Smartphone durch ein seitliches Plexiglasfenster im Nistkasten aufgenommen. Sonst ist das Fenster außen mit schwarzer Teichfolie lichtdicht verschlossen.

 

10.05.2019 Die Küken fliegen aus

Abb.: Nun wollen alle Küken hinaus.

Abb.: Flugversuche im Kasten

Abb.: Ein Küken ist noch nicht ausgeflogen

Abb.: Das letzte Küken wird noch gefüttert.

Abb.: Das letzte Küken verlässt das Nest

10.05.2019 alle Küken ausgeflogen

Am 11.05.2019 haben alle Küken den Nistkasten Schweizer Modell verlassen. Ein Küken ist anscheinend schon ein paar tage vorher gestorben. Eier, aus denen kein Küken geschlüpft war, waren von der Altmeise unter das Moos im Nest bugsiert worden.

Abb.: Ein totes Küken im verlassenen Nest

Abb.: Eier, aus denen kein Küken geschlüpft ist.

13.05.2019 Zeitraffervideo komplette Fütterphase

In einem Zeitraffervideo ist im beheizten Nistkasten die komplette Fütterphase zusammengefasst. Vom Schlüpfen des ersten Kükens bis zum Ausflug mit einem Zeitrafferfakor von 1500.

22.05.2019 die zweite Brut im Jahr beginnt

Im Nistkasten Schweizer Modell beginnen die Meisen eine zweite Brut. Am 22.05.2019 lag des erste Ei im Nistkasten, nachts wird es bebrütet, am 23.05.2019 um 8:00 lagen schon zwei Eier im Kasten.

Der Kasten wurde gleich nach dem Ausflug der Küken aus der ersten Brut modifiziert, da die zwei Ausfluglöcher keinen besonderen positiven Effekt zeigten. Ein Ausflugloch wurde stark vergrößert und mit einer halbtransparenten Abdeckung versehen. Dadurch fällt mehr Tageslicht in den Kasten, das ermöglicht bessere Fotos.

Abb.: Erstes Ei der zweiten Brut

Abb.: Das Ei wird bebrütet

Abb.: Das zweite Ei des zweiten Brut

23.05.2019 Auch im Campuskasten alle ausgeflogen

Auch im Campus-Kasten sind alle Küken ausgeflogen. Auch hier hat es ein Küken nicht geschafft. Da das Kamerasystem über ein Jahr nicht gewartet werden konnte, ist es nun ausgebaut und soll am 27.05. wieder in Betrieb gehen.

Das Nistmaterial war – im Gegensatz zu den anderen Nistkästen – sehr feucht. Das lag vermutlich an der Dauerbewässerung für den neuen Rollrasen auf dem Campus.

 

 

Bauanleitung Video-Nistkasten für Höhlenbrüter

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Mit der Bauanleitung können Sie einen Nistkasten erstellen, der einen Raspberry Pi Zero W mit Kamera für die Bobachtung des Brutgeschäftes aufnimmt. Die Bauanleitung entstand im Rahmen des von der Heinz Sielmann Stiftung geförderten Projektes naturWatch.HN an der Hochschule Niederrhein.

Dies ist der erste Teil einer dreiteiligen Artikelserie:

  1. Bauanleitung Video-Nistkasten für Höhlenbrüter
  2. 3D-Druck Video-Nistkasten für Höhlenbrüter
  3. Elektronik – wird noch erstellt
  4. Programme für den Raspberry und den Webservice – wird noch erstellt

Nistkasten – das Ergebnis

Abb. 1: Das Ergebnis. Links: Nistkasten Frontansicht. Mitte: Nistkasten mit abgenommenen Deckel. Rechts: Elektronik-Innenleben.

Der Nistkasten (siehe Abb. 1) ist geeignet, um Videoaufnahmen von Höhlenbrütern anzufertigen. Für die Aufnahmen wird ein Raspberry Pi Zero W mit der Raspberry Pi Kamera eingesetzt.

Konstruktive Merkmale

Das Gehäuse besteht aus einem Kasten mit einem aufgesetzten Pultdach mit 45 Grad Gefälle. Der komplette Kasten ist zur Verschraubung als Bausatz vorgesehen. Das Dach ist aus vier Bauteilen verleimt.

Das Dach hat Gegenlager und seitliche Stabilisierung und muss nur aufgelegt werden, so dass ein einfacher Zugang zur Elektronik erfolgen kann. Die Zwischendecke hat ein mittiges  kreisrundes Loch von 8,0 bis 8,5 cm für die Elektronik. Das Dach hat vorne und an der Seite einen Überstand (Wetterschutz).

Das Einflugloch in der Frontplatte hat eine Bohrung von 3,5 – 4  cm. Vor dem Einflugloch sitzt eine Vorplatte für Blaumeisen mit einer Bohrung von 2,6 – 2,8 cm.  Die Vorplatte ist mit nur zwei Schrauben befestigt. Für größere Vögel wird die Vorplatte entfernt.

Die Frontplatte wird durch zwei Zaundrahtstücke oder Schrauben fixiert und kann leicht zu Wartungszwecken entfernt werden. Dazu gibt es zwei Bohrungen 4 mm Durchmesser durch die Seitenwände in die Frontplatte

Wie kommt man dran?

  1. Der Bausatz für den Nistkasten kann bei der Justizvollzugsanstalt Willich-Anrath bezogen werden. Kontakt: Frank Jansen, stellv. Werkdienstleiter 7 Betriebsinspektor, JVA Willich I,  Gartenstraße 1, 47877 Willich,  Tel. : 02156 / 4998 – 825, Frank.Jansen@JVA-Willich1.nrw.de
  2. Der Nistkasten kann leicht aus beliebigen Holzplatten gefertigt werden, die Vögel sind nicht wählerisch. Bewährt hat sich, wie in der Abb. 1, Seeekiefernsperrholz in 2 cm Stärke  und Fichte-3-S-Platten in 19 mm Stärke. Ideal wären Platten aus Weymouthskiefer, die jedoch für den Heimwerker nicht leicht zu beschaffen sind. Dar Aufbau kann dem nachfolgenden Schnittplänen entnommen werden.

Materialliste für den Selbstbau

Brettliste (alles 20 mm starkes Sperrholz, alle Angaben in cm)

  1. Rückenplatte:    49 x 13
  2. Zwei Abstandsbrettchen:  6 x 6
  3. Dach-Deckel:  27 x 25
  4. Dach-Gegenlager:  25 x 4
  5. Dach-Stabilisierung:  27 x 2
  6. Zwei Seitenwände:    50 x 16,5 (zugesägt siehe Zeichnung)
  7. Boden:      11 x 13
  8. Zwischendecke:    11 x 13 (mit Bohrung 8 cm)
  9. Front:  36 x 13 (mit Bohrung 3,5 – 4 auf 20 cm Höhe)
  10. Vorplatte (Hartholz ab 1 cm):  8 x 8 (mit Bohrung 2,6 – 2,8 für Blaumeisen)

Schnittpläne für den Selbstbau

– folgt, siehe solange weiter unten verlinktes PDF –

Die Heizung für den Luxus-Nistkasten

In 2019 wurde zum ersten Mal ein Nistkasten mit einer Heizung ausgestattet. Die Heizung besteht aus einem Heizpad für Autospiegel und liefert bei 12 Volt 12 Watt und wird bis zu 80° C warm. Im Nistkasten wird das Heizpad mit einem 5 Volt Handy-Netzteil betrieben und hat dadurch eine deutlich geringere Leistung. Untersuchung der Oberflächentemperatur ergab eine Maximaltemperatur von 42° C. Damit ist das Heizpad im Dauerbetrieb für den Nistkasten geeignet. Das Pad hat eine Selbstklebeschicht und kann leicht angebracht werden. Empfehlung: Auf eine dünne (4 mm) Betonsperrholzplatte kleben und hochkant mit der Sperrholzplatte Richtung Gelege in den Nistkasten stellen, so dass die Vögel nicht an den Kabeln picken können.

Bild des Heizpads

Abb.: Das Heizpad

weitere Links

Hier gibts die Schnittpläne für den Nistkasten kompakt als PDF: bauplan-nistkasten-naturwatch-claus-brell-180318