Imkern in Mini Plus nach Schwarz

Bild zeigt einen Ausschnitt des Buchumschlages vond Reiner Sxhwarz, 2015

Imkern in Mini Plus nach Schwarz ist der erste Beitrag zu einer Serie über das Arbeiten mit dem Mini Plus Beutensystem bzw. dazu, was andere Autoren – hier Reiner Schwarz – dazu sagen. Gedacht ist Mini-Plus als zusätzliches System zur Königinnen-Vermehrung. Durch seinen Aufbau als kleine Magazinbeute bietet Mini-Plus viele weitere Möglichkeiten bis hin zum ausschließlichen Imkern in Mini Plus. (Ich selbst arbeite seit 2018 ausschließlich in Mini Plus)

Im Text weiter unten finden sich in Klammern Anmerkungen – das sind (meine) Erläuterungen, die so explizit nicht im Buch von Schwarz stehen.

Stand 01.04.2024

Zum zweiten Beitrag Imkern in Mini Plus nach Kaufmann und Friedrich

Wer ist Reiner Schwarz?

Rainer Schwarz hat zunächst eine betriebswirtschaftliche und eine technische Ausbildung absolviert und war als Beriebsinformatiker tätig. Er begann 2011 mit der Ausbildung zum „Facharbeiter für Bienenwirtschaft“ an der Akademie für Imkerei in Linz/Oberösterreich. Schwarz imkert im Nebenerwerb, seine Bienen stehen im Chiemgau – mit speziellen Wetterverhältnissen wie überdurchschnittlichem Niederschlag. Zu seiner Imkerei findet man im Internet über imkerei-schwarz.de. 

Schwarz propagiert eine kleineres Zellenmaß (5,1 mmm) sowie einen kleineren Wabenabstand (33-34 mm) und hat selber dazu interessante Versuche angestellt und auf seiner Internetseite beschrieben.

Warum schreibt Reiner Schwarz zu Mini Plus

Dem Arbeiten mit Mini Plus widmet sich Schwarz auf den Seiten 66 bis 71 seines 105-seitigen Buchs (Schwarz 2015). Damit nimmt Mini Plus zunächst eine Nebenrolle ein. Es werden hinsichtlich der Betriebsweise auf andere Stellen im Buch verwiesen, da sich das Vorgehen in Mini Plus nicht grundsätzlich von dem in anderen Magazinbeuten unterscheidet. Schwarz verwendet Mini Plus zur Königinnenvermehrung und überwintert junge Königinnen im ersten Jahr in Mini-Plus. Damit hat er junge Königinnen für seine Wirtschaftsvölker, neue Wirtschaftsvölker in Dadant baut Schwarz über ein Kunstschwarmverfahren aus Mini Plus Völkern auf.

Was ist Mini Plus?

Mini-Plus ist ein kleines Magazin-System mit Rähmchen, die etwa einem halben Dadant Honig Rähmchen entsprechen. Es gibt Mini Plus in hochverdichtetem Styropor – z. B. von der Fa. Stehr – und in Holz – z.B. von Bieno-natura. Das Styropor ist so fest, dass die Bienen es nicht anknabbern. Mit Mini Plus lassen sich auch große Völker aufbauen – dann werden bis zu 7 Zargen übereinander benötigt. Das Arbeiten damit ist spannend, aber kaum mehr praktisch.

Das System von Stehr hat Außenmaße von 30cm x 30cm. Die Deckel und Böden sind ebenfalls aus Styropor, es gibt Fütterer, Absperrgitter und alles weitere Zubehör zum Imkern. Es passen 6 Rähmchen in eine Zarge.

Die Styropor-Zargen (mit Pfalz) lassen sich mit dem Holzböden (ohne Pfalz) kombinieren, wenn man die Böden mit 20mm x 20mm Holzleisten aufdoppelt.

Es gibt ein Mini Plus Überwinterungssystem, das 12 Rähmchen fasst und auch gestapelt werden kann.

Eckpunkte zu Mini Plus nach Schwarz

Grundsätzliches

  1. Schwarz hält Mini Plus für ein ausgezeichnetes System für die Aufzucht und Begattung von Königinnen.
  2. Eine mit 6 Rähmchen bestückte Mini Plus Zarge weist die gleiche Wabenfläche auf wie 2 Deutsch-Normal (DN) -Rähmchen .
  3. Kompatibilität sieht Schwarz nur beim System von Stehr, das Mischen von Teilen verschiedener Hersteller weist oft nicht den richtigen Beespace auf. (Anmerkung: Meine Kombination von Stehr-Zargen mit aufgedoppelten Bieno-Natura-Böden hat den Nachteil, dass die Bienen manchmal unter dem Unterträger Brutzellen anlegen)
  4. Zusätzlich Mini Plus ja oder nein: Schwarz empfiehlt, es „mit Mini Plus zu lassen“, wenn nicht begattete Königinnen darin überwintert werden sollen. Für kleinere Imkereien rät er eher zur Ablegerbildung im Standmaß.

Ableger

  1. Für den Start mit Mini Plus empfiehlt Schwarz einen kleinen Kunstschwarm mit 500 Bienen.
  2. Sobald erste Brut in einem Mini Plus Ableger geschlüpft ist, kann die Beute mit einer ganzen Zarge mit Mittelwänden erweitert werden. (Anmerkung: Damit ist Mini Plus eher ein „Imkeren mit Zargen“ wie in Zander und Deutsch-Normal und weniger ein „Imkern mit Schied und Rähmchen“ wie in Dadant)
  3. Für Ableger teilt Schwarz überwinterte Mini Plus Stapel auf. Jeder Ableger / jede Begattungseinheit erhält
    – 2 Rähmchen mit gedeckelter Brut (in die Mitte)
    – 2 Rähmchen mit Futter (um dei Bruträhmchen)
    – 2 Mittelwände (außen)
    – 1 schlupfreife Weiselzelle (in die Wabengasse der Bruträhmchen)
  4. Königinnen verwenden – Umgang mit dem Rest: Werden Königinnen aus den Mini Plus verwendet, können die dann weisellosen Völkchen auf weiselrichtige gestellt werden (Anmerkung: Schwarz gibt hierzu keine Wartezeit an)
  5. Umsiedeln: Ab Ende April kann ein 3-zargiges Mini Plus Völkchen in Dadant über eine Kunstschwarmverfahren umgesiedelt werden. Die übrig gebliebenden Brutwaben können anderen Mini Plus Völkern über Absperrgitter aufgesetzt werden.

Futter

  1. Einen Ableger in Mini Plus sollte man mit Zuckerwasser 1:1 füttern (Anmerkung: Damit die Bienen die Mittelwände schnell ausbauen).
  2. Futterteig sollte die Bienen erst als „fertig aufgebautes Volk“ (Anmerkung: Mit ausgebauten Waben und reichlich Personal) in einer trachtlosen Zeit bekommen.
  3. Einfüttern im September: Bei 3 Zargen sollten die oberen 2 Zargen voll mit Futter sein. Im unteren Magazin sollte es leere Waben geben.
  4. Futterkontrolle bei der ersten Durchschau im Frühjahr: Bei Futtermangel ist es besser, eine Futterwabe zuzuhängen, als andere Futtermöglichkeiten (Sirup, Futterteig) zu verwenden.

Überwinterung

  1. Eine Überwinterung (einer begatteten Königin) in Mini Plus ist möglich.
  2. In wärmeren Gegenden genügen 2 Magazine für die Überwinterung; zur Sicherheit oder in höheren Lagen empfiehlt Schwarz 3 Magazine.

Varroabehandlung

  1. Für die Varroabehandlung sollte die Menge des Präparates an die Raumgröße (Dreisatz) angepasst werden. (Anmerkung: Das kann bei der Nutzung von z.B. Formic Pro dazu führen, dass sich Imker außerhalb der Zulassung eines Präparates bewegt. Eine kreative Buchführung sei hier empfohlen)

Anhang

Quellen und Weiterlesen

Schwarz, Reiner (2015) Imkern in Dadant und Mini-Plus. Marquartstein, Selbstverlag.
(Dieses Buch wurde in diesem Beitrag analysiert)

Glossar

Standmaß

Standmaß ist das Beutenmaß, das ein Imkere vorwiegend an einem Stand einsetzt.

Danksagung

Dank sei gesagt den Imkerkollegen in den Vereinen Imkerverein Viersen Stadt und Imkerverein Krefeld, die immer zu einer kritischen Reflektion über das Mini Plus System bereit waren.

Autor und Lizenz

Autor: Prof. Dr. rer. nat. Claus Brell, aktuelle Projekte: Biene40AI4Bee
Lizenz: CC BY

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