Die Klasse AB Endstufe T.amp E-400 von Thomann bietet preiswert, rauscharm gut klingende Leistung für Probenraum, Heimkino und kleinere Auftritte. Im Probenraum und im Wohnzimmer zeigt sich ein Manko: der Lüfter. Der Lüfter ist nicht auf Flüsterbetrieb optimiert und dreht schon im Leerlauf mit hoher Drehzahl. Mit einer kleinen Modifikation für wenige Euro wird die Endstufe flüsterleise. Der Beitrag zeigt, wie dies in zwei Lösungsansätzen gelingt. Der Beitrag ist Teil der Serie E-Bass-Hacks.
Einen Eindruck, wie sich die Lautstärke verbessern kann, habe ich in einem kleinen Video festgehalten.
Entwurf 24.05.2026, Erweiterung folgt.
Eigenschaften der Endstufe T.amp E-400
T.amp E-400 ist ein 2*200 Watt Klasse AB-Verstärker, der im Stereo-, Parallel- und Brückenmodus (450 Watt an 8 Ohm) betrieben werden kann. Er hat einen Ringkerntrafo un d wiegt über 10 kg. Man bekommt ihn im B-Stock bei Thomann für 130 Euro. Aus Eingänge stehen 2*XLR, 2*TRS-Klinke und Stereo Cinch zur Verfügung. Lautsprecher können über Speakon oder Kabelklemmen angeschlossen werden. An der Front befinden sich zwei Volume-Regler und Anzeigen für Standby, Power, Signal, Clip und Störung.
Die Endstufe ist sorgfältig und diskret aufgebaut.
Im Betrieb rauschen die angeschlossenen Lautsprecher nicht. Mit einem Vorverstärker oder einem Effektgerät wie dem Darkglass Anagram eignet sich der Verstärker als E-Bass-Verstärker und klingt – subjektiv – gut.
Das Problem – der laute Lüfter
Da der Verstärker einen Ruhestrom hat, benötigt er einen Kühl-Lüfter. Verbaut ist ein (zu) preiswerter 90mm-Lüfter, der beim Einschalten direkt mit hoher Drehzahl losläuft und sehr gut hörbare Geräusche verursacht. Der Lüfter ist ein 24 Volt Gerät. Der Lüfteranschluss auf der Platine liefert ohne angeschlossenem Lüfter 27,9 Volt.
Lüfter abklemmen – keine Option
Das Gehäuse des E-400 ist nicht für einen lüfterlosen Betrieb ausgelegt. Hintern den Lüftungsschlitzen ist noch ein feineres Gitter, dass den Staub aus dem Gerät freihält, aber auch den Luftstrom behindert. Im Prinzip ist das ganze massive Gehäuse die Kühlfläche. Der Küjhlkörper für dir Endstufentransistoren wird ohne Lüfter schnell warm. In wenigen Augenblicken, das zeigt eine Thermografieaufnahme, steigt die Temperatur über 40°C. Der Lüfter bewegt die Luft im Gehäuse am Kühlkörper vorbei, sorgt also nicht für einen Austausch mit der Umgebung, sondern koppelt quasi den Kühlkörper an das Gehäuse an.
Auch in Foren wird davon abgeraten, einfach den Stecker des Lüfters zu ziehen.
Etwas leiser machen Lösung 1 – Vorwiderstand
In der Regel laufen Lüfter ab der Hälfte der Betriebsspannung zuverlässig an. Somit kann die Lüfterdrehzahl durch einen Vorwiderstand einfach reduziert werden.
Der Lüfter benötigt bei 24 Volt einen Strom von 0,15 Ampere. Das entspricht einer Leistung von 3,6 Watt und einem vergleichbarem Gleichstromwiderstand von 160 Ohm. Mit einem Vorwiderstand von 120 Ohm läuft der Lüfter zuverlässig an, Der Strom vermindert sich auf 24 Volt / 280 Ohm = 0,086 Ampere, Am Vorwiderstand fällt eine Leistung von 1200 Ohm * 0,086 Ampere *0,086 Ampere = 0,9 Watt an. Durch Parallel- und Reihenschaltung von 4 Standard-Metallschicht-Widerständen je 250 Milliwatt verkraftet der Vorwiderstand die Leistung gut.
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Abb.: Schaltplan Lüfter mit Vorwiderstand.
Der Vorwiderstand wird mit Pfostensteckern und -Buchsen zu einem kompakten Bauteil verlötet, das nur zwischen Lüfterstecker und Buchse auf der Platinen gesteckt wird. Mit diesem Vorwiderstand läuft der kleine Lüfter zuverlässig an. Das Geräusch mindert sich deutlich, ist aber immer noch hörbar.
Flüsterleise machen Lösung 2 – Lüftertausch
Unhörbar leise wird die Endstufe durch einen Austausch des 90mm Lüfters mit zwei leisen PC-Lüftern mit jeweils 120mm Durchmesser. Die zwei PC-Lüfter werden in Reihe geschaltet und vertragen damit auch 24 Volt Betriebsspannung. Zur weiteren Drehzahlreduktion erhalten sie einen Vorwiderstand von 75 Ohm.
Zum Einsatz kommen hier zwei Silent-Lüfter von Arctic. Die Lüfter drehen mit unter 1000 Umdrehungen pro Minute und sind in eingebautem Zustand unhörbar. An der Seite der Endstufe lässt sich nach Austausch ein leichter Luftstrom fühlen. Die großen Lüfter haben also eine weitaus bessere Kühlleistung.
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Abb.: Bild nach dem Tausch gegen zwei 120 mm Lüfter
Fazit
Mit wenigen Euro Einsatz wird aus einer preiswerten, guten, aber etwas lauten Endstufe eine flüsterleise Endstufe. Für kleines Budget erhalten Bands so Verstärkerleistung für eine kleine PA oder eine Gitarren- und Bass-Box. Dabei ist der nach dem Umbau lautlose Betrieb auch für Vertreter der leiseren Töne geeignet.
Der Verstärker hier wurde direkt nach dem Kauf umgebaut – das Lauststärkeproblem war durch Studium von Forenbeiträgen bekannt. Da alles nur gesteckt ist, kann im Garantioefall der Verstärker wieder in den Original-Zustand zurückgebaut werden.
Anhang
Links
Forenbeitrag bei Reddit zur Lautstärke des T.amp E-400
Bezugsquellen
Der Verstärker T.amp E-400 bei Thomann
Widerstände, Pfostenstecker etc. bei Reichelt
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Autor und Lizenz
Prof. Dr. Claus Brell
Bienensachverständiger NRW
Wespen- und Hornissenberater
Obmann für neue imkerliche Betriebsweisen im Kreisverband Viersen
aktuelle Projekte: Anti-Velutina-Flugloch-Einengung, Biene40,Steel4Bees
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