Bienen-Völker-Verdopplung – Mini Plus identisch aufteilen

Mit der Bienen-Völker-Verdopplung lernen Sie den Versuch, mit minimalem Aufwand aus einem Bienenvolk zwei zu machen, kennen. Prämisse dabei ist, ein Verfahren für das Imkern in Mini Plus zu entwickeln, das möglichst geringe Ansprüche an die Erfahrung und Fertigkeiten des Imkers stellt. Stand heute ist die Untersuchung, wie gut das funktioniert hat, noch nicht abgeschlossen. Es handelt sich also um „Work in Progress“.
Dieser Artikel ist Teil des Beitrags Honigbienen 2021.

Stand: 27.08.2021

Ziel der Bienen-Völker-Verdopplung

Mit einer einfachen Aufteilung eines Mini Plus Volkes in zwei neue identische Völkchen erreichen Sie  eine Königinnenvermehrung bei einfachster Vorgehensweise. Dieser Artikel kann für Sie interessant sein, wenn Sie

  • noch am Anfang ihrer Imkerlaufbahn stehen
  • Schwierigkeiten haben, die Königin zu finden und
  • noch mehr Schwierigkeiten haben, eine Königin zu käfigen.

Voraussetzungen für die Bienen-Völker-Verdopplung

Wenn Sie das Experiment nachvollziehen wollen, sollten folgende Voraussetzungen vorliegen: Sie haben ein weiselrichtiges Volk, dass schon zwei Mini Plus Bruträume gut besetzt und mindestens einen Honigraum ausgebaut und befüllt hat. Habens Sie das Mini Plus Volk bereis im Vorjahr gebildet, ist es voraussichtlich ein „Schwarmkandidat“, da bei einer legestarken Königin deutliche weniger freie Zellen vorhanden sind als die Königin bestiften könnte.

Das Experiment

Der Versuch startete am Pfingstmontag 24.05.2021 bei bedeckten Wetter, mäßigem Wind und 16°C Außentemperatur. Das Volk zeigte im Frühjahr eine starke Entwicklung und hatte bereits zwei Mini Plus Zargen über Absperrgitter mit Honig gefüllt. Ein Honigraum war zu etwa einem Drittel verdeckelt.
Für das Experiment verwende ich nur den Honigraum mit den gefüllten, aber noch unverdeckelten Waben.
Das Gewicht des gesamten Stapels mit dem Spendervolk vor der Aufteilung betrug 16,8 kg.

Vorbereitungen

Für das Experiment habe ich bereitgelegt:

  • drei zusätzliche Mini Plus Zargen
  • 18 zusätzliche Rähmchen. Hier werden Rähmchen ohne Bedrahtung mit bewachstem Anfagskeil eingesetzt. Damit sind die Rähmchen Baurahmen und lassen den Bienen die Freiheit der Entscheidung für ihr weiteres Vorhehen. Mit bewachsten Anfangskeilen habe ich in n den letzten drei Jahren gute Erfahrungen gemacht, die Bienen bauen die Rähmchen i.d.R. ordentlich aus.
  • einen zusätzlicher Deckel
  • ein zusätzliches Abdeck-Fix (Klarsichtfolie). Der Einsatz von Folie erleichtert häufige Kontrollen und senkt dabei die Zugluft-Belasung für die Bienen.ein zusätzliches Honigraum Gitter.

Durchführung der Aufteilung

Der Vorgang der Aufteilung ist in Abb. 1. skizziert.

Aus eins mach zwei. Schema der Aufteilung Mini-Plus-Volk

Abb. 1: Schematische Darstellung der Aufteilung. Rot sind mit Bienen belegte Brutwaben gekennzeichnet, mit gelb Honigwaben.

Neben dem Spendervolk (Der linke Stapel in Abb. 1, Abb. 2 weiter unten ) kommt für das aufgeteilte, neue Volk ein baugleicher Boden (Bieno natura mit Metallgitter und Varroaschieber, mit Aufdopplung durch 20mm Quadratleisten für den Einsatz von Styropor-Zargen) zum Einsatz.

Bienen-Mini-Plus-identisch-aufteilen-1-Spendervolk

Abb. 2: Das Spendervolk, Ansicht von hinten

Aufteilung des Spendervolkes auf einen zweiten Zargenstapel

Schritt 0: Zunächst nehme ich beide Honigräume mit von Bienen belegten Waben ab und stelle sie beiseite.
Die Bienen erhalten zwei Rauchstöße und ziehen sich in die Wabengassen zurück.

Schritt1: Die obere der beiden mit Bienen gefüllten Brutwabe wird abgenommen und auf den zweiten Boden gestellt. In Abb. 1 entspricht das dem rechten Zargenstapel. Die zuvor obere Brutzarge ist nun die untere Brutzarge des neuen Zargenstapels. Das Flugloch im neuen Boden ist asymetrisch angeordnet (Flugloch links bei Sicht von vorne).

Schritt 2: Zwei mit Bienen besetzte Brutaben werden entnommen und in eine neue Zarge gehangen. Der Leerraum wird mit zwei leeren Rähmchen aufgefüllt.

Schritt 3: Die neue Zarge mit den zwei Brutwaben kommt als zweite Brutraumzarge auf den neuen Zargenstapel.

Schritt 4: Der Leerrraum erhält vier leeren Rähmchen und ist damit aufgefüllt. Die Anordnung ist derart, dass die mit Bienen besetzten Waben über dem Flugloch hängen, die leeren Rähmchen damit fluglochfern sind.

Schritt 5: Auf die zwei Brutzargen kommt ein Absperrgitter, darauf eine weitere neue Zarge als Honigraum.

Schritt 6: Drei Honigwaben aus den zuvor beiseite gestellten Honigzargen kommen fluglochnah in die soeben aufgesetzte neue Zarge. Auch dieser Leerraum erhält danach drei leere Rähmchen zur Auffüllung.

Schritt 7: Mit Abdeck-Fix und Deckel wird der neue Zargenstapel geschlossen. Er ist nun fertig präpariert.

Bienenflucht statt abfegen

Auf den dreizargigen Stapel könnte nun ein Teil der Bienen aus dem zweiten Honigraum abgefegt werden. Hier wurde allerdings anders vorgegangen: Die Honigzarge kam über Bienenflucht auf den zweiten Zargenstapel, um den Bienen die Prozedur zu ersparen (vgl. Abb. 3). Zudem ist dieses Vorgehen für Anfänger einfacher als das Abkehren der Bienen. Ein weiterer Vorteil ist, dass dem zweiten Stapel nun mehr Flugbienen zur Verfügung stehen. Oft hält sich die Königin gern in der unteren Zarge auf, die Wahrscheinlichkeit ist also höher, dass der zweit Stapel nun weisellos ist.

Update 26.05.2021: Die Bienenflucht hat – entgegen den Erfahrungen aus den Vorjahren – nicht gut funktioniert. Die Bienen wollten die Honigzarge nicht verlassen. Nach 24 Stunden wurde die Honigzarge mit Bienenflucht auf den Stapel mit der Königin (vermutet) umgesetzt. Auch hier gingen die Bienen nicht nach unten. Nach weiteren 24 Stunden wurden die Bienen dann in den Stapel ohne Königin abgekehrt.

Spendervolk identisch aufbereiten

Die Reste des Spendervolkes werden identisch aufgebaut. Die untere Zarge des Spendervolkes bleibt die untere Zarge und verbleibt auf dem alten Boden. Eine neue Zarge wird mit zwei Bruträhmchen aus der unteren Zarge belegt, Leerräume wie im ersten Teil aufgefüllt. Auf die zwei Brutzargen kommt ein Absperrgitter und eine neue Zarge, die ebenfalls drei Honigwaben und drei leere Rähmchen erhält. Mit dem alten Abdeck-Fix und dem alten Deckel wird das Ex-Spendervolk geschlossen.

Vorläufiges Ergebnis

Aus dem Spendervolk (in Abb. 1 links) sind zwei neue (in Abb1 mittig und rechts, Abb. 3), bis auf die Königin identische, Ableger entstanden. Vermutlich ist die alte Königin in dem Stapel mit der alten unteren Brutwabe (in Abb.1 Mitte).
In jedem der neuen Stapel (in Abb1 mittig und rechts, Abb. 3 rechts) ist nun Platz zum Bauen in Form von sechs Brutwaben und drei Honigwaben. Die drei Honigwaben dienen als Notversorgung, wenn das nun weisellose Volk einen Teil seiner Flugbienen verliert. Durch das zusätzliche Platzangebot kann das Volk mit der Königin die zusätzlichen Flugbienen aufnehmen.

Bienen-Mini-Plus-identisch-aufteilen-2-mit-Bienenfluchtflucht

Abb. 3: Das Zwischenergebnis am 24.05.2024 – zwei Mini Plus Völker. Noch ist ein überzähliger Honigraum über Bienenflucht aufgesetzt.

Seit 26.04.2021 9:00 sind die beiden Stapel identisch aufgebaut, die Bienen aus der Honigzarge sind im Stapel ohne Königin.

Gewichte 26.04.2021
Uhrzeit         9:00    20:30
linker Stapel   9,50    10,05
rechter Stapel  9,10     8,85
Kontrolle Varroaschieber 27.05.2021
                Varr./d   Pollen  Wachs
linker Stapel     1       ja     ja 
rechter Stapel    2       nein    ja

Geplanter Fortgang des Experiments

  • Kontrolle auf Nachbeschaffungszellen 96 Stunden / 4 Tagen. Das Volk ohne Königin sollte spätestens dann den Versuch unternommen haben, sich aus der vorhandenen Brut eine Königin nachzuziehen.
  • Kontrolle auf Weiselrichtigkeit nach 23 Tagen. 3-5-8, die Königin ist gemacht. Etwa eine Woche dauert es zusätzlich, bis die Jungkönigin begattet ist

Zwei stabile Völker (25.08.2021)

Mittlerweile haben sich beide Teilvölker entwickelt und sind in ihren Eigenschaften vergleichbar. Beide Völker sind dreizargig. Das Volk, in dem die Altkönigin vermutet wird, hat immer noch ein höheres Gewicht.

Gewichte 25.08.2021 
linker Stapel  13,6 kg 
rechter Stapel 11,9 kg

 

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