Faktensammlung Honigbienen

An dieser Stelle ist ein Faktensammlung Honigbienen aus der Literatur zu verschiedenen Themen der Bienenhaltung zusammengetragen.
Übersicht:
Netktar- und Pollenumsatz
Varroa
Energieumsatz

Nektar- und Pollenumsatz

Nektar und Sammelflug

  • Eine Sammelbiene transportiert im Honigmagen zwischen 20 und 40 mg Nektar.
  • Eine Sammelbiene unternimmt 3 bis 10 Ausflüge täglich.
  • Eine Sammelbiene fliegt in ihrem Leben an 10 bis 20 Tagen.
  • Die Flugweite der Arbeiterin beträgt 1 bis 2 km.
  • Eine Biene fliegt täglich 7 bis 15 mal aus.
  • Eine Ausflugsdauer beträgt jeweils 25 bis 45 Minuten.
  • Der Zwischenaufenthalt im Stock dauert 5 Minuten.
  • Die Bine erreich eine Fluggeschwindigkeit von 20 bis 25 km/h.
  • Ein Wirtschaftsvolk kann in einem Sommer 100.000 bis 200.000 Sammelbienen erzeugen.

Durch Dreisatz kommt man auf eine Untergrenze von 60 kg Nektar und eine Obergrenze von 1600 kg Nektar, das entspricht einer Spannbreite bei Honig von 30 kg bis 800 kg. Der „wahre Wert“ wird irgendwo dazwischen liegen (Tautz 2012, S. 68).

Die Biene füllt ihre Honigblase (50 bis 60 mm³) mit dem Besuch von 15 bis 100 Blüten.

Für die Erzeugung von 1 kg Honig sind etwa 3 kg Nektar zu sammeln. Das entspricht 60 000 Honigblasenfüllungen bei einer Gesamt-Flugstrecke von 40 000 km ( etwa Erddumfang).

Pollen und Propolis

  • Das Volk sammelt im Jahr etwa 30 kg Pollen und ein paar 100 g Propolis (Tautz 2012, S. 69)
  • Eine Pollenladung ist das Ergebnis von ca. 100 Blütenbesuchen.
  • Etwa 20 Pollenladungen sind für die Füllung einer Pollenzelle erforderlich.

Bienenbrot

Pollen wird beim Einlagern und Verdichten mit etwas Honig und Drüsensekreten versetzt, die einen Fermentationsprozess einleiten und aus dem Pollen „Bienenbrot“ machen (Radetzki & Eckoldt 2020). Die Fermentation ähnelt der Haltbarmachung durch Milchsäurevergärung beim Sauerkraut.

Varroa bei Honigbienen

Varroabelastung ist geringer, wenn die Bienenvölker nicht in größeren Kolonien zusammen stehen

Seley und Smith untersuchten in einem Kontrollexperiment zwei Gruppen in Kolonien, die eng beisammen bzw. verstreut lagen, hinsichtlich der Effekte auf Varroabelastung und Schwarmverhalten.  Im Frühsommer entwickelten die Kolonien, die nicht schwärmten, hohe Milbenzahlen, und zwar in beiden Untersuchungsgruppen. Die Kolonien, die schwärmten, behielten niedrige Milbenzahlen bei. Im Spätsommer entwickelten in der Gruppe, die in einer Kolonie eng beisammenstanden, aber nicht in der zerstreuten Gruppe, auch die Kolonien, die schwärmten, hohe Milbenzahlen. Alle Kolonien mit hohen Milbenzahlen im Spätsommer starben über den Winter; alle Kolonien mit niedrigen Milbenzahlen im Spätsommer überlebten den Winter. Das Schwärmen reduziert die Milbenlast. Wenn aber die Kolonien von Bienenstöcken eng zusammenstehen und ein „Bienenaustausch“ zwischen den Völkern möglich ist, ist die schwarmbedingte  Milbenlastreduzierung z.B. durch Räuberei (Reinfektion) nicht dauerhaft. (Seeley & Smith  2015)

Energieumsatz von Honigbienen

Glukose- und Energiebedarf einer einzelnen Arbeiterin / Arbeitsbiene

Experimentelle Untersuchungen zum Energieverbrauch von Nutztieren werden bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert angestellt (Trevarianis 1832, Pharon 1909). Untersuchungen an Bienen werden meist in der Form durchgeführt, das wenige hundert Tiere in einem Behältnis luftdicht ausgeschlossen werden und der Sauerstoffumsatz bzw. die Kohlendioxidproduktion im Gaswechsel ermittelt wird. Zander (1921) und Armbruster (1931) haben diese Untersuchungen kritisiert, die zur Kritik gereichenden Arbeiten wurden jedoch nicht publiziert. Kosmin et. al. (1932) haben den Sauerstoffverbrauch von Bienen in Abhängigkeit von der Aktivität gemessen und daraus den Energieumsatz berechnet. Im Ergebnis liegt der Energieumsatz je Arbeitsbiene zwischen xx und yy Watt. (vgl. Tab. 1).

 

Tätigkeit O2 ml/min Glykose mg/h Leistung kcal/h Leistung mW Honigbedarf g/d
fliegt innerhalb des Gefäß 460 35,15 139,4 153,3 0,622

Tab. 1: Energie- und Stoffumsatz einer Arbeitsbiene in Abhängigkeit von der Aktivität. Teilweise eigene Berechnung.

Auf 1 km Flug verbraucht eine Biene etwa 2 mg Zucker.

 

Eine Arbeitsbiene wiegt 0,1 g. Eine heimkehrende Sammlerin wiegt um die Hälfte mehr durch Nektar oder um ein Drittel mehr durch Pollen.

40 000 Bienen brauchen täglich etwa 40 g Wasser. 6000 Brutzellen brauchen weitere 140 g Wasser. Für 180 g Wasser sind 18 000 Flüge zur Tränke erforderlich. Eine Wasserholerin führt 50 Ausflüge pro Tag durch. So müssen 360 Arbeiterinnen ganztägig Wasser heranschaffen.

Populationsschätzung

Es ist schwer möglich, die Bienen auf allen Waben zu zählen. Daher bietet sich ein Schätzverfahren an, das den belegten Flächenanteil erfasst und mit der Anzahl pro qcm multipliziert. Zur einfachen Durchführung sind hier die Kennzahlen für einige Wabenflächen der Rähmchenmaße angegeben:

Beutensystem
Wabenfläche einseitig in qcm
Außenmaß in mm x mm
aufsitzende Bienen Arbeiterinnen-Brutzellen Drohnen-Brutzellen Futter g
Zander
800
420 x 220
1000 3200 1000
Dadant
1027
1284 4108 1284
Deutsch Normal
733
370 x 223
917 2932 800
Mini Plus
290
248 x 159
363 1160 325

Tab.: Mengen in/auf Waben. Die Zahlen stammen aus verschiedenen Quellen, teilweise aus eigenen Messungen und sind daher noch nicht vollständig konsistent.

Quellen für die Schätzungen

Monatsbetrachtungen von Dr. Aumeier, Pia (2008) bienen&natur https://www.bienenundnatur.de/wp-content/uploads/2017/05/AUmeier-MB-komplett.pdf

Zur Wabenfläche: http://bienen-lutz.de/zander-dn-langstroth-dnm-twin-hive-ruche-doble-double-colmena/

 

 

Internetquellen

Länderinstitut für Bienenkunde, Hohenheim.

Quellen zur Faktensammlung Honigbienen

Kosmin, W. P., Alpatov, W. W., Resnitschenko , M (1932) Zur Kenntnis des Gaswechsels und des Energieverbrauchs der Biene in Beziehung zu deren Aktivität. Biometrisches Laboratorium des Zoologischen Museums und des Zoologischen Instituts der Universität Moskau

Radetzki, Thomas & Eckoldt, Matthias (2020) Inspiration Biene. Stuttgart. Aurelia Stiftung / Klett.

Seeley, T.D. & Smith, M.L. (2015) Crowding honeybee colonies in apiaries can increase their vulnerability to the deadly ectoparasite Varroa destructor . Apidologie 46, 716–727. https://doi.org/10.1007/s13592-015-0361-2

Tautz, Jürgen (2012) Phänomen Honigbiene. Berlin/Heidelberg. Springer-Spektrum.

Nur ein Zugriffszähler für Faktensammlung Honigbienen

Teile diesen Beitrag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.