Faktensammlung Honigbienen

An dieser Stelle ist ein Faktensammlung Honigbienen aus der Literatur zu verschiedenen Themen der Bienenhaltung zusammengetragen.
Übersicht:
Netktar- und Pollenumsatz
Varroa
Energieumsatz

Nektar- und Pollenumsatz

Nektar

  • Eine Sammelbiene transportiert im Honigmagen zwischen 20 und 40 mg Nektar.
  • Eine Sammelbiene unternimmt 3 bis 10 Ausflüge täglich.
  • Eine Sammelbiene fliegt in ihrem Leben an 10 bis 20 Tagen.
  • Ein Wirtschaftsvolk kann in einem Sommer 100.000 bis 200.000 Sammelbienen erzeugen.

Durch Dreisatz kommt man auf eine Untergrenze von 60 kg Nektar und eine Obergrenze von 1600 kg Nektar, das entspricht einer Spannbreite bei Honig von 30 kg bis 800 kg. Der „wahre Wert“ wird irgendwo dazwischen liegen (Tautz 2012, S. 68).

Pollen und Propolis

Das Volk sammelt im Jahr etwa 30 kg Pollen und ein paar 100 g Propolis (Tautz 2012, S. 69)

Bienenbrot

Pollen wird beim Einlagern und Verdichten mit etwas Honig und Drüsensekreten versetzt, die einen Fermentationsprozess einleiten und aus dem Pollen „Bienenbrot“ machen (Radetzki & Eckoldt 2020). Die Fermentation ähnelt der Haltbarmachung durch Milchsäurevergärung beim Sauerkraut.

Varroa bei Honigbienen

Varroabelastung ist geringer, wenn die Bienenvölker nicht in größeren Kolonien zusammen stehen

Seley und Smith untersuchten in einem Kontrollexperiment zwei Gruppen in Kolonien, die eng beisammen bzw. verstreut lagen, hinsichtlich der Effekte auf Varroabelastung und Schwarmverhalten.  Im Frühsommer entwickelten die Kolonien, die nicht schwärmten, hohe Milbenzahlen, und zwar in beiden Untersuchungsgruppen. Die Kolonien, die schwärmten, behielten niedrige Milbenzahlen bei. Im Spätsommer entwickelten in der Gruppe, die in einer Kolonie eng beisammenstanden, aber nicht in der zerstreuten Gruppe, auch die Kolonien, die schwärmten, hohe Milbenzahlen. Alle Kolonien mit hohen Milbenzahlen im Spätsommer starben über den Winter; alle Kolonien mit niedrigen Milbenzahlen im Spätsommer überlebten den Winter. Das Schwärmen reduziert die Milbenlast. Wenn aber die Kolonien von Bienenstöcken eng zusammenstehen und ein „Bienenaustausch“ zwischen den Völkern möglich ist, ist die schwarmbedingte  Milbenlastreduzierung z.B. durch Räuberei (Reinfektion) nicht dauerhaft. (Seeley & Smith  2015)

Energieumsatz von Honigbienen

Glukose- und Energiebedarf einer einzelnen Arbeiterin / Arbeitsbiene

Experimentelle Untersuchungen zum Energieverbrauch von Nutztieren werden bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert angestellt (Trevarianis 1832, Pharon 1909). Untersuchungen an Bienen werden meist in der Form durchgeführt, das wenige hundert Tiere in einem Behältnis luftdicht ausgeschlossen werden und der Sauerstoffumsatz bzw. die Kohlendioxidproduktion im Gaswechsel ermittelt wird. Zander (1921) und Armbruster (1931) haben diese Untersuchungen kritisiert, die zur Kritik gereichenden Arbeiten wurden jedoch nicht publiziert. Kosmin et. al. (1932) haben den Sauerstoffverbrauch von Bienen in Abhängigkeit von der Aktivität gemessen und daraus den Energieumsatz berechnet. Im Ergebnis liegt der Energieumsatz je Arbeitsbiene zwischen xx und yy Watt. (vgl. Tab. 1).

 

Tätigkeit O2 ml/min Glykose mg/h Leistung kcal/h Leistung mW Honigbedarf g/d
fliegt innerhalb des Gefäß 460 35,15 139,4 153,3 0,622

Tab. 1: Energie- und Stoffumsatz einer Arbeitsbiene in Abhängigkeit von der Aktivität. Teilweise eigene Berechnung.

 

Quellen zur Faktensammlung Honigbienen

Kosmin, W. P., Alpatov, W. W., Resnitschenko , M (1932) Zur Kenntnis des Gaswechsels und des Energieverbrauchs der Biene in Beziehung zu deren Aktivität. Biometrisches Laboratorium des Zoologischen Museums und des Zoologischen Instituts der Universität Moskau

Radetzki, Thomas & Eckoldt, Matthias (2020) Inspiration Biene. Stuttgart. Aurelia Stiftung / Klett.

Seeley, T.D. & Smith, M.L. (2015) Crowding honeybee colonies in apiaries can increase their vulnerability to the deadly ectoparasite Varroa destructor . Apidologie 46, 716–727. https://doi.org/10.1007/s13592-015-0361-2

Tautz, Jürgen (2012) Phänomen Honigbiene. Berlin/Heidelberg. Springer-Spektrum.

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