Kaffeemanufaktur „Kleiner Schwarzer“ – Eine Fallstudie für die Wirtschaftsinformatik

Fallstudie Kaffeemanufaktur Kleiner Schwarzer

Fallstudie Kaffeemanufaktur „Kleiner Schwarzer“
(Guter Kaffe, mit Liebe für Freunde geröstet)

Anhand der Fallstudie können Methoden der Wirtschaftsinformatik eingeübt werden: Systemarchitektur nach ARIS, Prozesse mit eEPK, Datenmodelle mit Relationen und ERM, Topologien, Mockups, Use Case Diagramme.

Die Firma Kaffeemanufaktur „Kleiner Schwarzer“

Melitta Malzkanne liebt guten Kaffee. Frau Malzkanne ist außerdem handwerklich begabt. Da sie nach der Babypause nicht mehr in ihren Job als Bürokauffrau zurück wollte, lag es nahe, sich mit einer Kaffeerösterei inkl. Direktvertrieb selbstständig zu machen. Dazu kam, dass über Beziehungen Frau Malzkanne günstig zu einem Profi-Kaffeeröstgerät kam. In der heimischen Garage hat ein kleiner Shop mit zwei Stehtischchen für den Sofortverzehr Platz.

Frau Malzkanne startet mit drei Kaffeesorten:

  1. Santos Brasil plantagenrein
  2. Espresso Standard (90% Arabica und 10% Robusta)
  3. Omas Bester (milder Arabica)

 

Team der Kaffeemanufaktur „Kleiner Schwarzer“

Frau Malzkannes Freundin Tonja Tausendschön ist gelernte Bäckereifachverkäuferin und arbeitet manchmal abends im Verkauf bei „Kleiner Schwarzer“ mit. Frau Tausendschön mag ihr Handy, steht aber mit PCs auf Kriegsfuß. „Das muss alles einfach sein“ sagt sie.

Tonja Tausendschön hört sehr gerne Musik. Wenn sie da ist, schallen immer ihre Lieder aus der Garagenrösterei. Auch die Kunden, die abends vorbeikommen, mögen Frau Tausendschöns Musik.

Frau Malzkannes Lebensabschnittspartner Martin Malzkanne hat schon als Programmierer gearbeitet und hilft bei dem Aufbau eines kleinen EDV-Systems für die Kaffeemanufaktur „Kleiner Schwarzer“.

Obgleich die Kaffeemanufaktur und das Baby ordentlich Zeit benötigen, pflegt Melitta Malzkanne noch ein paar lustig aussehende Tiere. Einige davon benötigen ein beheiztes Terrarium. Martin hat die Temperatursteuerung basierend auf einem Raspberry Pi dafür selber gebaut und über WLAN und den Router an das Internet angeschlossen. Frau Malzkanne kann mit dem Handy über das häusliche WLAN und das Internet die Temperatur des Terrariums kontrollieren und einstellen. Manchmal ist ihr die von Martin programmierte Oberfläche zu kompliziert. Sie hätte gerne etwas Einfacheres: Eine App mit einem Eingabefeld mit der Soll-Temperatur, ein weiteres Ausgabefeld mit der Ist-Temperatur und eine Schaltfläche, um die Soll-Temperatur einzustellen. Wenn ein aktuelles Kamerabild aus dem Terrarium angezeigt würde, wäre das auch fein.

Digitalisierung in der Kaffeemanufaktur

Die Kaffeemanufaktur „Kleiner Schwarzer“ hat den Internetzugang über die Telekom. Als Router wird eine Fritz-Box eingesetzt, die das WLAN bereitstellt. An die Fritzbox sind angeschlossen: Ein Faxgerät für die Kaffeebestellungen, zwei Notebooks (eins für die Büroarbeiten und eins zum Internet-surfen sowie youtube schauen), ein Laserdrucker, das temperaturgesteuerte Terrarium.

Auf allen Notebooks verwenden die Malzkannes Microsoft Word für den Schriftverkehr und Microsoft Excel für alle Berechnungen. Auf einem Notebook läuft Spotify für die Musikversorgung (Auf Wunsch von Frau Tausendschön). Für E-Mails verwenden die Malzkannes das vom Internet-Provider Telekom angebotete Web-Interface, also nur den Browser.

Neben der Telekom hat Frau Malzkanne noch einen Vertrag mit dem Unternehmen Domainfactory als Content-Provider. Sie übt dort ein wenig HTML programmieren (Man weiß ja nie, welche Kenntnisse noch nützlich werden können.) 

Ablauf eines Kaffee Verkaufs

Die Kunden können sich in Ruhe in der Garagenrösterei umsehen. Wenn ein Kunde signalisiert, dass er bedient werden möchte, fragt Frau Malzkanne nach dem Wunsch. Sie schaut nun in einer Excel-Datei kaffeebestand.xlsx nach, ob die gewünschte Kaffeesorte vorrätig ist. Wenn nicht, bekommt der Kunde zum Trost eine kleine dunkle Schokolade geschenkt. Für die gewünschte Kaffeesorte, die vorrätig ist, wird das Kaffeegebinde in kaffeebestand.xls  von Frau Malzkanne ausgetragen. Die gesamte verkaufte Menge an Kaffee und der Geldbetrag werden von ihr in eine Excel-Datei verkauf.xlsx eingetragen. Frau Malzkanne nimmt das Geld entgegen und händigt den Kaffee aus. Damit ist der Prozess des Kaffeeverkaufs abgeschlossen.

Kaffeemanufaktur „Kleiner Schwarzer“ goes cloud computing

Das Excel-Arbeitsblatt verkauf.xlsx hat sich Frau Malzkanne selber gebaut. Es besteht aus den acht Spalten „laufende Nummer“, „Datum“, „Kundenname“, Anzahl Brasil Santos“, „Anzahl Espresso“, „Anzahl Omas Bester“, „Betrag netto“, „Betrag brutto“. Martin Malzkanne soll als Ersatz für das Excel-Arbeitsblatt verkauf.xlsx in eine Internet-Anwendung programmieren, in die Frau Malzkanne dann zukünftig die Verkäufe eintragen kann. Dazu soll Frau Malzkanne das Datenmodell (ERM) für diese Daten zeichnen.

Melitta Malzkanne baut ein Internet-Formular für ihr Tier-Hobby

Frau Malzkanne übt HTML-Programmierung. Sie möchte ein Forum für eine Tieraustauschcommunity bauen. So weit wie in Abb. 1 ist sie schon.

HTML Seite lustige Tiere

Abb. 1: Screenshot Prototyp Tieraustauschcommunity

Weitere Fallstudien

Baumeister7x24 – Eine Fallstudie für die Wirtschaftsinformatik

Tabakgarage – Eine Fallstudie für die Wirtschaftsinformatik

Quellen

Daten und Datenmodellierung (1)

Eine etwas umfänglichere Darstellung:

https://wiwi.uni-giessen.de/dl/showfile/Schwickert/40543/Apap_WI_GI_2011_01_PDF_Download_gesch_tzt.pdf

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