Honigbienen füttern in Mini Plus

Bild Futtersirup fließt aus einem Mixbecher in eine Futtertasche in Mini Plus

Mini-Plus-Völkchen geraten bei einer Trachtlücke oder im Frühjahr schnell in Futternot und können ihren Energiebedarf nicht selber decken. Der Artikel zeigt, wie Sie die Bienen im Mini-Plus-Beutensystem füttern können.

Stand: 28.08.2022

Gerätschaften zum Füttern in Mini-Plus

Bienen füttern ist einfach. Es gibt viele Hilfsmittel zum Füttern, es geht aber auch ohne spezielles Gerät. Ein paar Fütterer, die ich einsetze , sind

  • Adam Fütterer aus Holz von bieno-natuer (Abb. 1)
  • Kunststoff Futtertaschen mit einer Wabenbreite (Abb. 2)
  • Holz Futtertaschen mit zwei und einer Wabenbreite (Abb 3)

Adam-Fütterer bestehen aus ein zusätzlich Zarge, die einen Bioden mit Loch hat. Über dem Loch ist ein wasserfest verklebter Aufstiegskanal für die Bienen. Ein Abdeckung auf dem Aufstiegskanal (Dom) sorgt dafür, dass die Bienen nicht den ganzen Fütterer bevölkern und mit Wachs verbauen. Ersetzen Sie den Holzdom durch eine durchsichtige Plastikkappe, können Sie den Bienen bei der Futterabnahme zuschauen (Abb. 4). Die Kontrolle, ob das Futter angenommen wird, fällt so leichter.

Für Mini Plus gibt es die Adam-Fütter auch in Styropor (https://www.imkereibedarf-bienenweber.de/Futterzarge-fuer-Mini-Plus-Beute-mit-seitlichem-Aufstieg-Fuellmenge-25-l), die ich jedoch noch nicht getestet habe.

Bild einen Adam-Fütterers für Mini-Plus

Abb. 1: Adam-Fütterer von bieno-Natur. Der beigelegte Dom aus Sperrholz (links im Bild) hat sich nicht bewährt. Statt dessen begrenzt ein Einweg-Dessertschälchen den Zugang der Bienen in den Fütterer

Eine Futtertasche aus Kunststoff oder Holz kann dauerhaft in der Mini Plus Beute verbleiben und dient dann beispielsweise als Schied. Kunststoff Futtertaschen lassen sich gut in der Spülmaschiene reinigen, Holz Futtertaschen hönnen durch abflämmen oder erhitzen im Backofen  desinfiziert werden.

Futtertasche aus Kunststoff für Mini-Plus mit einer Wabenbreite

Abb. 2: Eine Futtertasche aus Kunststoff mit einer Wabenbreite

Bild einer Futtertasche aus Holz, eingebaut in Mini Plus Zarge. Befüllen mit Futtersirung.

Abb. 3: Eine Futtertasche aus Holz mit zwei Wabenbreiten. Aufstiegshilfen sind nicht erforderlich. Befüllen mit Sirup stört die Bienen nur minimal, wenn mit Sie mit Abdeckfolie arbeiten.

Die Futtertaschen können Sie gleich aus dem Kanister oder – wenn Sie selber Futter aus Zucker und Wasser herstellen – aus dem Eimer befüllen. Mit gelingt es mit weniger Kleckerei mittels eines Mixbechers (Abb. 4). Hierin lassen sich auch kleine Mengen z.B. für einen Not- oder Reizfütterung anmischen. Kleckerei gilt es besonders außerhalb von Trachtsituationen zu vermeiden. Futter außerhalb der Beuten lockt Fremdbienen an, die Räubereiwahrscheinlichkeit steigt dann enorm.

Fitness-Mixbecher aus dem Drogeriemarkt

Abb. 4: Ein Fitnessmixer aus dem Drogeriemarkt. Für kleine Mengen bis 700 ml ein praktischer Helfer, um Zuckerwasser anzumischen. Tupper-Fans mögen den Mix-Fix verwenden. Eine leere Saftflasche funktioniert ebenso gut.

Abb. 4: Die Bienen lassen sich durch eine durchsichtige Einwegschüssel gut im Adam Fütterer beobachten.

Bienenfutter zum Füttern in Mini Plus

Grundsätzlich können Sie Honigbienen mit fertigem Futter aus dem Fachhandel oder mit selbst angemischtem Zuckerwasser füttern.

Vor- Und Nachteile unterschiedlicher Futtersorten beschreiben Beims & Jahnke (2022) in der Zeitschrift bienen&natur. Dabei schneidet selbstgemischtes Zuckerwasser nicht viel schlechter ab als Futter aus dem Fachhandel, erfordert allerdings mehr Sorgfalt.

Zuckerwasser selbst mischen

Grundsätzlich gibt es Empfehlungen für Mischungsverhältnisse 3:2 und 1:1. Das sich die Mischung 3:2 mit drei Gewichtsteilen Zucker schwer vollständig löst, verwende ich zur Reizfütterung und für schnelle Hilfen nur 1:1. Die Mischung lässt sich in kleinen Mengen in Flaschen oder Fitness-Mixbechern (Abb. 4) in Sekundenschnelle herstellen.

Das selbstgemischte Zuckerwasser hat den Nachteil, dass es sehr schnell verdirbt. Es ist also darauf zu achten, dass die Bienen das Futter schnell abnehmen und weiterverarbeiten. Vorteil neben dem sehr geringen Materialpreis ist, dass keine separate Vorratshaltung für das Bienenfutter erforderlich ist.

Eine kleine Menge, die ein Mini-Plus-Völkchen in weniger als 12 Stunden verarbeitet besteht aus 200g Haushaltszucker, 200 g lauwarmen Wasser und einem halben Teelöffel (etwa 0,5g) Kochsalz. Die Flüssigkeitsmenge entspricht etwa 325 ml. Bienen mögen leicht gesalzenes Wasser. Andere Autoren fügen noch eine kleine Menge Säuerungsmittel in Form von Zitronensaft hinzu.

Sirup aus dem Fachhandel

Hier gibt es Sirup aus Mais- oder Weizenstärke oder aus Zuckerrüben. In der Untersuchung von Beims & Jahnke (2022) schnitt Stärkesirup gut ab. Der Sirup kann in 10 Liter Kanistern z. B. bei Bienenland van den Bongard in 47877 Willich bezogen werden.

Langzeitfüttern mit trockenem Zucker

Um erst gar keine Notsituation aufkommen zu lassen, bekommen meine Bienen durchgängig trockenen Zucker bereitgestellt, wenn nicht gerade Flüssigfutter angeboten wird oder Honig entnommen werden soll. Trockener Zucker hat den Vorteil, dass er nicht verdirbt. Die Bienen können den Zucker nur sehr langsam abnehmen, da die benötigte Feuchtigkeit aus der Stockluft kommt. So kann es durchaus vorkommen, dass die Bienen vier Wochen benötigen, um ein Kilo Haushaltsszucker abzunehmen. Ein weitere Vorteil ist, dass der Zucker – da hygroskopisch – etwas regulierend auf die Luftfeuchte im Stock wirkt.

Trockenen Zucker können Sie gut in Futtertaschen verfüttern. in Holz Futtertaschen mit zwei Wabenbreiten fällt das Einfüllen leichter und es passt ein ganzes Paket (1 kg) Zucker in die Tasche.

Weiterlesen

Beims, Hannes; Janke, Martina (2022) Welches Winterfutter ist bekömmlich? in: bienen&natur 8/2022, S. 22-23.

Mini-Plus für den Winter einfüttern – was sollen Beuten wiegen?

 

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