Bienenvolk-Ableger mit Adapter von Deutsch-Normal auf Mini-Plus

Deutsch Normal auf Mini Plus

Für Ableger ist geeignetes Ausgangsmaterial erforderlich. Von Vereinskollegen im Imkerverein kann man es bekommen, aber vielleicht nicht im gewünschten Rahmenmaß. Im Folgenden ist beschrieben, wie mit einem Adapter Brutwaben aus Deutsch-Normal einen Ableger mit dem „Zielformat“ Mini-Plus füllen. Dieser Artikel ist Teil der Serie „Imkern mit Versuch und Irrtum“.

Ausgangslage

Warum Ableger in Mini-Plus?

Für Forschungszwecke sind in 2020 mehrere Bienenvolk-Ableger in Mini-Plus erforderlich. Es sollen Ergebnisse aus 2019 (Futterknappheit erkennen durch Messung der vertikalen Temperaturschichtung, Brell (2020)) verifiziert werden.

Warum Mini-Plus als Zielformat?

Mini-Plus hat sich für die Untersuchung der vertikalen Temperaturschichtung in Bienenvölkern bei der Überwinterung als vorteilhaft herausgestellt. Zudem hat Mini-Plus den Vorteil, dass viele Personen die kleinen Beuten als weniger bedrohlich empfinden als große Beutenformate. Insbesondere bei der Aufstellung in Wohngebieten und in der Hochschule ist dies von Bedeutung.

Warum Deutsch-Normal aus Ausgangsformat?

Für die Wahl von Deutsch-Normal aus Ausgangsformat gibt es drei Gründe:

  1. Der Autor ist Mitglied in einem größeren Imkerverein mit über 80 Mitgliedern, von den viele gerne bei den Forschungsvorhaben helfen. Nur wenige imkern mit Mini-Plus, so dass ein direkter Austausch von Brutwaben erschwert ist.
  2. Einige innovative Vereinskollegen imkern in Deutsch-Normal und sind bereit, Brutwaben in Deutsch-Normal abzugeben.
  3. Deutsch-Normal ist ebenso wie Mini-Plus ein eher kleines Rähmchenmaß, so dass mit dem Adapter ein standstabiler „Turm“ aufgebaut werden kann.

Ziel und Vorgehen

Ziel des Experiments ist es, einen Weg herauszufinden, wie mit Hilfe von Brutwaben im Rahmenmaß Deutsch-Normal  ein Ableger im Zielformat Mini-Plus erstellt werden kann.

Die Idee dabei ist, zwei Brutrahmen Deutsch-Normal auf eine mit Mittelwänden bestückte Mini-Plus Beute aufzusetzen und abzuwarten, bis sich die Bienen die untere Zarge erschlossen haben. Sobald dies erfolgt ist und die neue Königin in der Mini-Plus Zellen bestiftet, werden obere und untere Zarge zunächst durch Absperrgitter getrennt. Sobald in der oberen Zarge nur noch Futter ist, kommt eine Bienenflucht hinzu, und der brutwabenabgebende Imker bekommt als Dankeschön zwei Futterwaben zurück.

Adapter von Deutsch Normal auf MiniPlus

Aufbau

Ein „Turm“ aus einer Mini-Plus Styroporzarge auf einem Holzboden, einer einfachen Adapterplatte und einer aufgesetzten schmalen Zarge für drei Deutsch-Normal Rahmen soll den Ableger aufnehmen.

Konstruktion des Adapters Deutsch-Normal auf Mini-Plus

Abb. 1: Der Aufbau des Adapters

Material für den Adapter

Für den Adapter wird 12mm Pappelsperrholz verwendet, weil Pappelsperrholz leicht, einfach zu verarbeiten und preiswert ist. Zudem hat Pappelsperrholz eine Oberfläche, die die Bienen gerne mit Propolis überziehen. Für den Deckel kommt eine dicke OSB-Platte zum Einsatz.

Stückliste:

Adapterplatte:

  • 2 Brettchen 30,0 * 6,2
  • 2 Brettchen 40,4*8,05
  • 2 Leisten (1,0 *1,0) 28,0 lang
  • 2 Leisten (1,0*1,0) 40,8 lang

Gehäuse / Aufsatz:

  • 2 Brettchen (Seitenteile) 42,8 * 23,6
  • 2 Brettchen(Front und Rück) 22,2 * 11,1
  • 2 Brettchen(Außenleiste) 11,1 * 3,0
  • 2 Dreiecksleisten (1,4 *1,4) 40,4 lang

Anmerkung: die Innenbreite von 11,1 cm ist zu knapp für drei Rähmchen. 1 cm mehr wäre besser.

Deckel:

  • 2 Dachlatten (2,4 * 5,0)  14,4 lang
  • 2 Dachlatten (2,4 * 5,0) 48,1 lang
  • OSB-Platte 48,1 * 18,8
  • Styropor Platte 43,3 * 14,4
  • Einlogieren der Brutwaben

Das Gehäuse für Deutsch-Normal fasst drei Rahmen. Ein Lehrrahmen ist mit Dachlatten so präpariert, dass er eine MIni-Plus Futterwabe mit Honig und Pollen aufnimmt. Daneben kommen zwei Brutwaben mit Brut jeden Alters, verdeckelter Brut und Stiften sowie aufsitzenden Bienen (Abb. 2). Dabei ist es die Herausforderung, die Königin nicht mit umzutopfen.

Die letzte Brutwabe kommt in den Adapter Deutsch-Normal auf Mini-Plus

Abb. 2: Bestückung der 3er DN Zarge mit Brutwaben

Die unter dem Adapter liegende Mini-Plus Zarge wird mit drei Rahmen mit Anfangsstreifen, einem Rahmen mit halber Mittelwand und einer Futtertasche bestückt. In die Futtertasche kommen 250 g Puderzucker (vgl. van den Bongard (2009). In Vorexperimenten hat sich gezeigt, dass die Bienen den Puderzucker gerne und innerhalb von 5 Tagen abnehmen. Offensichtlch genügt die durch Temperaturwechsel bedingte Kondensationsfeuchte, um den Puderzucker oberflächlich aufnahmefähig zu machen.

Am Standplatz steht der neue Ableger nun neben einem bereits älteren Ableger (Abb. 3).

Abb. : Der neue Ableger steht am Standplatz 

Zwischenergebnisse

Stand 29.05.2020

Noch ist nicht klar, ob das Experiment gelingen wird.

Stand 03.06.2020

Die Bienen haben etwa die hälfte des Puderzuckers abgenommen. Oben in „DN-Teil“ wurden die drei Rähmchen miteinander verbaut. Auch bei einer Kippkontrolle konnten nicht festgestellt werden, ob die Bienen Weiselzellen angelegt haben. Unten im „MP-Teil“ wurde noch nichts ausgebaut.

Die Einlage zeigt Wachs und Pollen sowie herausgelaufenen Honig aus der Futterwabe.

Von außen ist Flugbetrieb zu sehen, die Bienen tragen auch etwas orangenen Pollen ein.

Ableger von DN auf Mini Plus geöffnet

Abb. : geöffneter Ableger

Kippkontrolle

Abb. : Kippkontrolle des DN-Aufsatzes

Ein kurzes Video vom Flugbetrieb

Seit dem 17.06.2020 ist ein zweiter Adapter in Betrieb. Der DN-Aufsatz wurde um 1 cm verbreitert, um besser mit drei DN-Rahmen arbeiten zu können. Dafür wurde auf den beespace oben verzichtet, um die Bewegungsmöglichkeiten für eine Königin einzuschränken. Dazu ein Video:

  • folgt

Quellen

  1. Brell, Claus (2020) Genug Futter im Stock? – Temperaturmessung zeigt`s an. In: bienen&natur 03.2019, München. S. 36-37.
  2. van den Bongard, Johann (2009) Meine Betriebsweise mit der modifizierten Dadant Beute
  3. Weitere Teile der Serie „Imkern mit Versuch und Irrtum“:
    Weiselzelle im Honigraum

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