Weiselzelle im Honigraum

Im Honigraum einer Mini-Plus Beute wird versucht, ein Weiselnäpfchen  zu einer Weiselzelle anzuziehen. Der Beitrag ist Teil der Serie „Imkern mit Versuch und Irrtum“.

Experiment

Ausgangslage

Larvenlieferant

Es existiert ein Volk in Mini-Plus mit einer Brutzarge und einer mit Gitter abgesperrten Honigzarge. Die Königin (Buckfast) ist aus 2019. Die Königin ist vergleichsweise „legefaul“, lässt sich jedoch gut finden und hat bisher alle (massiven) Störungen überstanden. Das Volk trifft bis 10.05.2020 keine Schwarmvorbereitungen, ist friedlich und für Beobachtungszwecke gut geeignet. Die Temperatur wird im Brutraum überwacht und beträgt bis zu 34°C in der Ecke des Brutraums oberhalb des Fluglochs. Diesen Volk liefert die Larven.

Ziel

Die Weiselnäpfchen sollen im Honigraum des Larvenlieferante eingebracht werden.

Als Begleitversuch werden ebenfalls Weiselnäpfchen in einen sein 20 Tagen weisellosen Doppelableger eingebracht. Der Doppelableger belegt eine halbe Mini-Plus-Zarge mit drei Waben.

Vorbereitung

Aus dem Nikot-System werden Kunststoff-Weiselnäpfchen verwendet. Die Weiselnäpfchen werden mit Heißkleber auf Musterbeutelklammern befestigt. Diese lassen sich dann einfach in die Waben hineinstecken.

Vorbereitungen zum Umlarven

Abb.: Vorbereitungen

Durchführung

Dem Larvenlieferant wird nach Durchsicht eine Wabe entnommen, die Brut jeden Alters enthält und auf der nicht die Königin sitzt. Die aufsitzenden Bienen werden mit ein wenig Wasser aus der Sprühflasche flugunfähig gemacht und vorsichtig abgekehrt (Das war keine gute Idee, die Larven wurden ebenfalls feucht). Die Beute wurde dann wieder zusammengebaut und die Brutwabe zum Arbeitsplatz transportiert.

Umlarv-Arbeitsplatz

Abb.: Arbeitsplatz zum Umlarven

Sieben Larven im Alter zwischen einem und drei Tagen werden mit einem schweizer Umlarvlöffel entnommen.

Weiselnäpfchen mit Larven

Abb.: Larven in Weiselnäpfchen

Vier Weiselnäpfchen werden unten an einer Wabe im Honigraum des Larvenlieferanten befestigt. Drei Weiselnäpchen kommen auf eine mit Honig und Pollen vollgetragene Wabe des weisellosen Volkes.

Weiselnäpchen auf Mini-Plus Honigwabe

Abb.: Weiselnäpfchen auf Mini-Plus Honigwabe

Weiselnäpchen auf Wabe eines weisellosen Volkes

Abb.: Weiselnäpfchen auf leergeschlüpfter Brutwabe

Ergebnis

Das Experiment ist fehlgeschlagen. Die Bienen haben die Weiselnäpfchen ignoriert. Ein Weiselnäpfchen ist aus der Wabe gefallen und liegt auf dem Absperrgitter. Um dieses Näpfchen hatten sich einige Bienen gruppiert.

Vermutlich war der Besatz im Honigraum zu gering und es waren nicht die „richtigen“ Bienen (erstens Buckfast, zweitens keine Pflegebienen) dort.

Das Experiment soll wiederholt werden mit einem kräftigeren Volk.

Recherche

Im Vorfeld des Experiments wurde eine Internet-Recherche mit den Suchbegriffen „Weiselzelle Honigraum“ durchgeführt.

Im Imkerforum (2012) wird diskutiert, dass es funktionieren kann mit einer Brutwabe im Honigraum über dem Absperrgitter. Zitiert wird der „Wochenendimker“. Die Brutwabe wird abgekehrt (damit ohne Königin). Sobald die Brutwabe wieder besetzt ist, werden Weiselzellen zugegeben. Zu beachten sei dabei:

  • Keine Drohnenbrut, da die Drohnen nicht durch das Absperrgitter kommen
  • Eine junge geschlüpfte Königin passt durch das Absperrgitter, die Weiselzelle muss also in ein Absperrgitter.

Der Imkerverein mittlerer Aischgrund (2017) führt ein ähnliches Verfahren durch und zieht Weiselzellen auf dem Honigbereich einer Brutwabe. Zum Zeitablauf schreibt der Imkerverein: „Drei Tage nach dem Umlarven kann überprüft werden, ob die Bienen die Weiseln weiter pflegen und nach weiteren 7 Tagen können die verdeckelten Weiselzellen dann entnommen werden, um damit Ableger zu bilden. Immer im Hinterkopf den Merksatz: 3+5+8= Königin ist gemacht, d.h. 3 Tage Ei +5 Tage Larve + 8 Tage verdeckelt, nach 16 Tagen schlüpft die junge Königin!“

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (o.J.) erläutert weitere Möglichkeiten der Ablegerbildung, allerdings mit Fokus auf Schwarmverhinderung. Es werden verschiedene Verfahren mit Umgruppierung von Honig- und Brutraum beschrieben, Stichworte sind Brutlig, Fegling, Saugling, Treibling.

Quellen

Imkerforum (2012) Weiselzelle im Honigraum schlüpfen lassen? https://www.imkerforum.de/forum/thread/29437-weiselzelle-im-honigraum-schl%C3%BCpfen-lassen/  , abgerufen 10.05.2020

Imkerverein mittlerer Aischgrund (2017) Honigraum als Weiselwiege, https://lehrbienenstand.wordpress.com/2017/06/18/honigraum-als-weiselwiege/, abgerufen 10.05.2020

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (o.J.) Schwarmvorbeuge. https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bienen/dateien/schwarmvorbeuge.pdf, abgerufen am 10.05.2020

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