Bienen in Mini Plus von 6er Styro auf 12er Holz umwohnen im März

Das Bild zeigt Mini Plus Beuten in Styro und Holz

YouTube Video zu Mini Plus von Styro in Holz Umwohnen zur Tag- und Nachtgleiche: https://youtu.be/pn9k9U9THmo

Neue Ableger lassen sich gut im Mini Plus Beutensystem bilden. Dazu sind die kleinen Styropor-Beuten für 6 Rähmchen je Zarge praktisch, die Völkchen in Mini Plus lassen sich leicht transportieren und umstellen. Mit einer zweiten Zarge auf 12 Rähmchen erweitert, überwintern die Bienen gut und man kann im Frühjahr entscheiden, was man mit dem Völkchen vorhat. Soll das Völkchen nun weiter geführt werden, ist das zwar im Mini Plus Styroporsystem möglich, allerdings steigt der Zargenstapel leicht auf vier oder gar mehr Zargen an, dann werden Durchsichten mühsam. Bequemer geht es dann mit 12 Rähmchen in einer Ebene. Zur Tag- und Nachtgleiche am 22. März eines Jahres ist dazu ein guter Zeitpunkt. Je nach Grünlandtemperatursumme oder dem phonologischem Kalender kann eine Umwohnen auch 8 Tage früher oder später sinnvoll sein.

Das Titelbild zeigt den Zustand am Bienenstand vor dem Umwohnen. Zu sehen sind links eine schon belegte Holzbeute, daneben eine neu vorbereitetet Holzbeute und rechts zwei Mini Plus Völkchen in Styropor, die darin zweizargig überwintert haben..

Erstellt: 23.03.2026
UPDATE 24.03.2026 Schemazeichnung ergänzt.
UPDATE 29.03.2026 Video verfügbar

Analyse zum Zeitpunkt des Umwohnens

Der 22. März, also die Tag- und Nachtgleiche, ist zunächst ein Plandatum, das in den meisten Jahren sinnvoll sein wird. Ist die Grünlandtemperatursumme der Zeit weit voraus und das Völkchen ist schon stark, kann es sinnvoll sein, ein paar Tage früher das Wölkchen umzuwohnen. Die Grünlandtemperatursumme für den eigenen Standort bestimmt man leicht mit der Internetseite https://beelot.de. In Willich am Niederrhein betrug die Temperatursumme am 22.03.2026 363 Gradtage, damit wird zum 23.03. bereits die Kirschblüte erwartet, ebenso zeigt die Mirabell schon die ersten Blütenansätze. Die Bienen tragen fleißig Pollen ein, damit schafft das Umwohnen auch die Voraussetzung, einen Honigraum aufzusetzen und dem wachsenden Volk Platz zu geben.

In 2026 wiesen die Beobachter im phänologischen Kalender den Erstfrühling aus. Was das für die Imkerei heißt, kann man im Beitrag zum Imkern im Erstfrühling nachlesen.

Analyse für die Entscheidung über das Mini Plus Völkchen

Wenn die Bienen in zwei Mini Plus Styroporzargen  weniger als fünf Wabengassen besetzten, kann man das Völkchen vielleicht durchs Jahr päppeln, aber es wird Arbeit und wenig Freude machen. Dann ist es ggf. sinnvoller, das Völkchen aufzulösen.

Vorbereitungen zum Umwohnen

Material: Man benötigt eine saubere Mini Plus Holzzarge für 12 Rähmchen und einen passenden Boden. Oft heißt diese Kombination „2-in-1-System“ und wird für zwei Ableger verwendet. Ebenso gibt es das Mini-Plus-Überwinterungssystem, das wie eine kleine Trogbeute aussieht und bei der Boden und Brutzarge zusammen gefertigt sind. In beiden lässt sich gut arbeiten, getrennter Boden und Zarge ist leichter zu reinigen und man ist etwas flexibler. Eine Folie, ein Innendeckel und ein Außendeckel komplettiert die neue Bienenwohnung.
>Im Weiteren wird davon ausgegangen, dass Wabenhygiene schon durchgeführt wurde, Ansonsten kann es sinnvoll sein, ein bis drei Mittelwände parat zu haben.

Kleines Umstellen: Wenn man kann, sollte die Styro-Beute nun um 30 bis 50 cm verschoben werden, die neue Holzbeute kommt an die alte Stelle der Styro-Beute. Damit finden heimkehrende Sammlerinnen gleich ihre neues Zuhause; sie suchen zunächst an dem Ort, von dem sie abgeflogen sind.

Fluglochkeile: Die neue Wohnung erhält nun einen Fluglochkeit mit einer größeren Öffnung. Wer Fluglochkeile nicht mag, kann ihn auch weglassen. Die Anti-Velutina-Fluglocheinengung, die das Völkchen im Winter auch gegen Mäuse geschützt hat, wird nun frei und kann gereinigt werden.

Rauch geben: Da das Brutnest eine neue Anordnung findet und die Bienen sich dabei kräftig aufregen, lässt sich mit einer Rauchgabe entspannter arbeiten.

Umwohnen durchführen

Schematische Darstellung

Die Grafik zeigt schematisch, wie Bienen in Mini Plus von 6er Styro auf 12er Holz umgewohnt werden

Abb. 1: Schemazeichnung für das Umwohnen von Honigbienen im Mini-Plus Beutensystem von Styroporzargen mit jeweils 6 Rähmchen  auf Holzzargen mit 12 Rähmchen. Links in der Zeichnung (1) ist eine Styropor Beute mit zwei Zargen dargestellt, rechts (2) eine Beute mit einer Zarge, die 12 Rähmchen aufnimmt. Das Flugloch (3), hier schwarz, führt jeweils unten rechts nach außen. Beispielhaft wird in der Zeichnung angenommen, dass das Bienenvolk auf 6 Brutwaben sitzt, zwei Pollenwaben fluglochnah übereinander hat, und über einen Futtervorrat von drei teilweise gefüllten Waben fluglochfern verfügt. Die übereinander liegenden Waben werden umsortiert: Die Pollenwaben kommen nach vorn zum Flugloch (8), Danach werden die Brutwaben aus der unteren Zarge angeordnet (7), dahinter die Brutwaben aus der oberen 6er Zarge (6). Eine dunkle, ehemals bebrütete aber jetzt leer Wabe wird entnommen und durch ein Rähmchen mit  Mittelwand ersetzt (5). Alle Futterwaben finden ihren Platz hinten in der Beute, also fluglochfern. Sowohl bei Futter- als auch Pollenwaben finden die volleren Waben ihren Platz außen. Dadurch können die Bienen die brutnestnahen Waben schneller für den ansteigenden Brutbetrieb nutzen.

english description

Fig. 1: Schematic diagram showing the relocation of honeybees from the Mini-Plus hive system, consisting of polystyrene boxes each holding 6 frames, to wooden boxes holding 12 frames. On the left of the diagram (1) is a polystyrene hive with two boxes; on the right (2) is a hive with a single box that holds 12 frames. The flight hole (3), shown here in black, leads outwards at the bottom right. As an example, the diagram assumes that the bee colony is situated on 6 brood combs, with two pollen combs positioned one above the other near the flight hole.The superimposed combs are rearranged: the pollen combs are moved to the front, near the flight hole (8). The bees have a food supply consisting of three partially filled combs (4) opposite the entrance. Next, the brood combs from the lower super are arranged (7), followed by the brood combs from the upper 6-frame super (6). A dark, formerly brood-filled but now empty comb is removed and replaced with a frame containing foundation (5). All honeycombs are arranged away from the flight hole. Both honeycombs and pollen combs are arranged so that the fuller combs are placed on the outside. This allows the bees to make use of the combs closest to the brood nest more quickly as brood rearing increases.

Auf Königin achtgeben

Beim folgenden Umsetzen kann man gleich nach der Königin schauen. Ist sie noch nicht gezeichnet, erhält sie gleich einen Farbtupfer in der Vorjahresfarbe. Ist die Königin nicht zu finden, so sollten die Rähmchen besonders umsichtig umgesetzt werden, damit die Königin nicht herunterfällt.

Obere Styro-Zarge umsetzen

Zunächst werden Futterwaben vom Rand aus der Styeo-Beute herausgenommen und mit den aufsitzenden Bienen hinten, also fluglochfern, in die Holz-Beute umgesetzt. Finden man eine stark mit Pollen gefüllte Wabe, kommt diese nach vorn zum Flugloch. Brutwaben kommen nun in die Mitte der Holzzarge möglich so, dass sie in der gleichen Reihenfolge wie vorher angeordnet sind. Dann passen alle Abstände – der beespace – und es werden keine Bienen gequetscht. Zudem bleiben die Bienen dann ruhiger.

Wenn alle 6 Rähmchen umgesetzt sind, wird die obere Styro-Zarge über der Holz-Zarge abgeklopft, verbleibende Bienen mit dem Besen in die Holzzarge gekehrt. Die Styro-Zarge leger man dann möglichst ein paar Meter beiseite, um sie später einfacher bienenfrei vom Stand transportieren zu können.

Abb. 2: Ein Zwischenstand des Umwohn-Vorgangs – die Rähmchen aus einer der beiden Styroporbeuten sind bereits in der Holzbeute. Vorne am Flugloch sind zwei Pollenwaben angeordnet, dann folgen sechst Rähmchen mit beidseitiger Brut, dann Futterwaben, von denen allerdings nur die hinterste noch gut gefüllt ist. Wabenhygiene ist bereits früher erfolgt, so dass die Bienen keine neue Mittelwand ausbauen müssen. So können die Bienen das Brutnest nun nach ihren Vorstellungen erweitern.

Untere Styro-Zarge umsetzen

Auch hier gelangen – falls vorhanden – Futterwaben nach hinten in die Holzbeute. Pollenwaben kommen nach vorne zum Flugloch. Sollte es noch leere, ehemals stark bebrütetet Waben geben, so können diese entnommen und durch Mittelwände ersetzt werden. Die Mittelwände gehören dann zwischen Futterwaben und Brutwaben. Die Brutwaben aus der unteren Zarge kommen nun zwischen. die Pollenwaben und die schon umgesetzten Brutwaben. Auch hier sollte die Reihenfolge beibehalten werden. Das Brutnest hat nun nur eine unschöne Wabengasse, die sich die Bienen neu einrichten müssen.

Die Futterwaben sind am Ende so sortiert, dass die am besten gefüllten außen hinten sind. Gibt es zwei Pollenwaben, so kommt auch hier die stärkere nach vorne zum Flugloch, also nach außen. Gibt es mehr als zwei Pollenwaben, könnten alle mehr als zwei durch Mittelwände ersetzt werden. Diese Mittelwände kommen ebenfalls nach hinten zwischen Brut und Futter.

Bienen in 12er Mini Plus einzargig

Abb. 3: Zustand am Stand nach dem Umwohnen. Rechts im Bild – mit den „Hausnummern“ 4 und 5 (seniorenfreundliche Größe, aus dem 3D-Drucker) sind die umgewohnten Holzbeuten zu sehen. Die Fluglocheinengung links in Beute mit der Nummer 3 muss noch ihren Platz gegen einen Fluglochkeil mit größerer Öffnung räumen.

Abschluss

Beute schließen

Im Normalfalle sollte das Umsetzen nur wenige Minuten dauern. Es kommt noch Folie, Innendeckel und Außendeckel auf die Beute, Die Bienen brauchen nun etwas Zeit, um sich an die neue Konfiguration zu gewöhnen. In einem weiteren Beitrag ist beschrieben, wie man beim gleichen Standbesuch um die Tag- und Nachtgleich den Honigraum aufsetzt. Die Bienen sollte vor dem Aufsetzen des Honigraums eine halbe Stunde Zeit haben, sich zu beruhigen – dann bedürfen sie für das Aufsetzen nicht einmal des Rauchs.

Mikroklima

In der kleinen Wartezeit kann man den Flugbetrieb studieren. Dabei lässt sich erleben wie schnell sich die Bienen nach so einem Eingriff wieder beruhigen. Allerdings sollte man sich auch nicht täuschen lassen: Schätzungen gehen davon aus, dass die Bienen bis zu einem Tage benötigen, bis sie ihr Mikroklima in der Beute wieder hergestellt haben. Die Styroporbeute ist nun bereit für den Abtransport vom Stand. Sie erfährt eine Reinigung und ist dann bereit  für neue Ableger.

Das Bild zeigt Mini Plus Zargen, bunt angemalt

Abb. 4: Die Styroporbeuten sind bereit für den Abtransport. Die Dokumentation erfolgt in ein gebundenes DIN A 5 Heft, hier im schwarzen Einband. Die Wasserwaage offenbart, ob die Bienen waagerecht stehen. Tun sie das nicht, ist die Wahrscheinlichkeit für Wirrbau größer.

Dieser Beitrag ist Teil der Sammlung zum „Erlebnisorientiert Imkern in Mini Plus“.

Dank

Ich danke den Imkerkolleginnen und -kollegen in den Vereinen Imkerverein Viersen Stadt (80 Mitglieder) und Imkerverein Krefeld (130 Mitglieder) sowie dem Vorsitzenden des Kreisimkerverbandes Viersen für die stete Diskussionsbereitschaft und konstruktive Kritik.

Autor und Lizenz

Prof. Dr. Claus Brell

Bienensachverständiger NRW

Wespen- und Hornissenberater

Obmann für neue imkerliche Betriebsweisen im Kreisverband Viersen

aktuelle Projekte:  Biene40,Steel4Bees

CC BY 
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