Die Lösung der Honigbiene für das Varroa-Problem

Das Bild zeigt links das Buchcover von Steve Riley, eine stilisierte Biene und mehrere Varroa Milben in verschiedenen Stadien (Abb. 6 aus dem Buch)

Dies ist ein zusammenfassender Beitrag zum Buch von Steve Riley: Die Lösung der Honigbiene für das Varroa Problem. Das Buch ist 2026 im Haupt-Verlag (Schweiz) auf deutsch erschienen. Das Buch zeigt einen Weg zur Varroa-resistenten Honigbiene.

Ziel dieses Beitrages ist, Entscheidungshilfen zu geben, ob man selber in die „Varroaresistenz“ einsteigen möchte und oben das Buch ggf. auf die „Kaufliste“ kommen soll
Das Titelbild zeigt links das Buchcover von Steve Riley, eine stilisierte Biene und rechts mehrere Varroa Milben in verschiedenen Stadien (nach Abb. 6.2 S. 45 aus dem Buch). Rechts oben  ist eine adelte Muttermilbe abgelichtet.

Die im Buch genannten Quellen werden erst Schritt für Schritt geprüft und dann in diesen Beitrag übernommen.

In Arbeit seit 07.07.2026 – WORK IN PROGRESS
UPDATE 27.07.2016 Grafik zur Varroavermehrung
UPDATE 25.08.2026 Abschluss der Textauszüge

Zum Buch

Das Buch erschien 2025 in der englischen Originalfassung mit dem Titel „The Honey Lee Solution to Varroa“. Ebenfalls 2025 erhielt das Buch die Silbermedaille des Apimondia World Beekeeping Award.

Das Buch umfasst in der deutschen Ausgabe 127 Seiten. Es gliedert sich in 15 Kapitel, die um ein umfangreiches Quellenverzeichnis und biotechnische Lösungen für den Einstieg ergänzt werden.

Am Buch beteiligte Personen

Das Buch wurde vom Schweizer Imker Simon Egger ins Deutsche übersetzt.

Ludger Merkens („Die Montagsimker“) prüfte die Übersetzung.

Der Bienenforscher Thomas D. Seeley schrieb eine Rezension der englischen Ausgabe.

Einige Beiträge im Buch stammen von em. Prof. Dr. Stephen Martin. Der Entomologe Professor Dr. Stephen Martin ist ein Experte auf dem Gebiet der sozialen Insekten, insbesondere  Honigbienen- und Hornissenforschung. Er besitzt den Lehrstuhl für Soziale Entomologie an der University of Salford in Manchester (mittlerweile als Professor Emeritus). Insbesondere hat er den Zusammenhang wirschen Varroa und dem DWV aufgedeckt.

Dr. Ralph Büchler wirkte als Mentor beim Start des Varroa-Resistenz-Projektes der Westerham Beekeepers 2017 in England mit. Dr. Ralph Büchler ist Bienenwissenschaftler und ehemaliger Leiter des Bieneninstituts Kirchhain (Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen). Er gilt als Experte in den Bereichen Varroaresistenzzucht sowie wesensgemäße, medikamentenfreie Bienenhaltung und leitet die Gruppe Biotechnische Maßnahmen der Initiative Varroaresistenz 2033.

Kernaussagen in den einzelnen Kapiteln

1 Einführung

  1. Das Buch kombiniert Methoden für die Erkennung von Resistenzverhalten gegen Varroa mit Forschungserkenntnissen, wie Bienen die Milbenproduktion unter Kontrolle bringen.
  2. Die Westerham Beekeepers haben Bienenvölker gefunden, die ihre Varroa-Population ohne imketrliche Eingriffe unter Kontrolle halten können.
  3. Durch das Monitoring schon von wenigen angepassten Honigbienenvölkern kann man Resistenzverhalten entdecken. Die Methoden dazu werden am Lehrbienenstand vermittelt.

2 Das Auftreten von Varroaresistenz

  1. Varroaresistenz ist seit den 1990ern dort aufgetreten, wo Imker den Anpassungsprozess nicht gestört haben bzw. aufgrund des Mangels von Behandlungsmitteln nicht stören konnten.
  2. Varroa trat in England 1992 zum ersten mal auf, seit 2001 ist die erworbene Resistenz der Milbe gegen Akarizide (z.B. Flmethrin) bekannt.
  3. Das größte Gebiet in England mit varroaresitenten Bienen ist in Wales (100 Imker, 500 Völker, 2500 qkm, seit 2009 keine Behandlung mehr. (S. 14)
  4. In Südafrika und Kuba dauerte es (nur) fünf Jahre, bis sich Varroaresistenz verbreitet hatte. (S. 15)

3 Varroa und Viren: Warum sie Völker zum Zusammenbrechen bringen

Seite 17 bis 23

  1. Eine Muttermilbe kann insgesamt 18-24 (Einzelfälle bis 30) Eier in ihrem Leben legen (S. 19).
  2. Für eine Muttermilbe gibt es zwei bis drei Fortpflanzungszyklen (S. 19, Rosenkranz et al 2020)
  3. Die Muttermilbe kann auf adelten Bienen bis zu einem Jahr leben (S. 19, Ramsey et al 2019)
  4. Bei Apis cerana vermehrt sich Varroa nur in der Drohnenbrut, da Cerana befallene Arbeiterinnenzellen ausräumt und so ein Gleichgewicht Parasit – Wirt herstellt (S. 18)
  5. DWV: Das Virus wird auch durch Futter o.ä übertragen, die Bienen bleiben jedoch symptomlos. Wir das Virus jedoch injiziert, zeigen die infizierten Bienen Symptome (S. 21, Möckel et al 2017)
  6. Wird DWV in verdeckte Brut injiziert, verringert sich die Lebensdauer auf ein Drittel. Infektion adulter Bienen verringert die Lebenserwartung kaum (S. 21, Martin und Grindrot, 2020). Daher lässt ein hoher Varroa-Befall die Infektion mit DWV ansteigen.

 

4 Wie varroaresistente Völker ihre Milbenpopulation in Schach halten

Seite 25 bis 36

  1. Bienen spüren mit Milben befallene Zellen auf und räumen die parasitierten Puppen (im rosa bis violetten Augen Stadium) aus (siehe Abb. 1). Dabei erkennen Sie, ob Nachkommen der Varroa in den Zellen sind.
  2. Öffnen von Varroa-befallenen Zellen erfolgt in Gruppen, von mit Wachsmotten befallenen Zellen in  Linien. Das Ausräumverhalten führt zu einem lückigen Brutbild.
  3. Muttermilben können sich nur zwei- bis dreimal vermehren. Daher stört das Ausräumen die Gesamtvermehrung effektiv.
  4. Man erkennt (nicht in allen Völkern sicher) wiederverschlossene Brutzellen an der etwas dunkler gefärbten Mitte der Zelldeckel.
  5. Wiederverschließen (recapping) von Brutzellen ist ein aussagekräftiges Merkmal varroaresistenter Völker von Apis Mellifera.
  6. Im Gegensatz zu resistenten Völkern ermöglichen milbenanfällige Völker  eine schnelleres Milbenwachstum und höhere Symptome des DWV, was die Lebensdauer der Winterbienen verkürzt (… und so zu höheren Winterverlusten führt).

Das Bild zeigt den Zeitablauf der Varroavermehrung in der Honigbienen Arbeiterinnenbrut - Claus Brell nach Steve Riley

Abb. 1: Vermehrung der Varroamilbe in Arbeiterinnenbrut, zeitlicher Ablauf, etwas vereinfacht und pauschalisiert. Eigene Darstellung nach Steve Riley. Gezeigt ist der Ablauf ab Verdeckelung (capping). Gleich danach sorgt die Muttermilbe für ein Futterloch in der Bienenlarve. Nach 60 Stunden legt sie ein Ei, aus dem ein Männchen schlüpft. Danach folgen alle 30 Stunden ein Ei, aus dem Weibchen schlüpfen. Männchen sind nach 120 Stunden geschlechtsreif, Weibchen nach 144 Stunden. Somit kann sich der Varroa-Sohn 234 Stunden nach Verdeckelung mit der ersten Tochter paaren, nach 264 Stunden mit der zweiten Tochter. Nach 288 Stunden schlüpft der Arbeiterinnen Biene (ermergence working bee). So werde die weiteren Töchter nicht begattet. In Drohnenbrut hätte der Varroa-Sohn eine weitere Chance, eine Tochter zu begatten, daher ist die Reproduktionsrate in Drohnenbrut etwas höher. Wenn die Bienen zwischen 120 und 200 Stunden nach der Verdeckelung (rosa bis lila Augen Phase) die Zelle öffnen (Intervention recapping), bei Befall ausräumen oder bei gesunden Puppen wieder verdecken, wird die Vermehrung der Varroamilbe mit hoher Effektivität gestört.

5 Warum die Selektion auf Varroaresistenz-Merkmale wichtig ist

Seite 37 bis 40

  1. Die aktuelle Imkerpraxis „zementiert“ die große Anzahl silbenanfälliger Völker (S. 37).
  2. Durch ständige Behandlung wird auf gegen die Behandlung) resistente Milben selektiert – das hält die Anfälligkeit für Varroa aufrecht (S. 38).
  3. Varroaresistenz in den Selektionsprozess der Honigbienen mit einzubeziehen würde es erlauben, den „Teufelskreis“ zu durchbrechen. (S. 39).
  4. Bei einer Klimaerwärmung und vermehrtem Ausfall der Winter-Brutfreiheit ist mit Milbenvermehrung über längere Zeit im Jahr zu rechnen (S. 39)

6 Monitoring von Varroaresitenz-Merkmalen bei den Westerham Beekeepers

Seite 41 bis 51

  1. Ziel der Monitoring-Methoden ist, so wenig invasiv (und arbeitssparend) wie möglich vorzugehen. (S. 42).
  2. Dei Westerham Beekeepers halten einen geschlossenen Boden für den Bienen zuträglicher. Ein offener Gitterboden mit einem eingeschobenen Varroa-Brett ist ein Forschungslabor und quasi ein geschlossener Boden.
  3. Auszählen der heruntergefallenen Milben (es werden nur adelte Mutter-Milben gezählt) im Jahresverlauf liefert Informationen über den Milbenbefall und lässt Vergleiche zwischen Völkern zu.
  4. Monitoring von Exoxkeletten ausgeräumter Puppen liefert Nachweismöglichkeiten bereits ab Januar. Ausräumen von Puppen-Exoskeletten ist integraler Bestandteil der Varroa-Resistenz.
  5. Wenn Milben auf die Drohnenbrut wechseln, sieht man weniger Exoskelette.
  6. In resistenten Völkern beträgt der Totenfall in Dadant 9 Milben, in der britischen Standard Beute 6 Milben pro Tag (S. 47)
  7. Bienen zerbeißen die Hinterleiber der befallenen Puppen nicht (S. 49). Totengräberbienen bringen diese aus dem Stock.

Anmerkung: Die Abbildungen 6.5 und 6.9 sind beachtenswert.

Die Methode der Westerham Beekeepers:
– Beobachtung der Anzahl der adulten Muttermilben (dunkelbraun oder rot)
– Beobachtung des Vorkommens juveniler Milben
– Beobachtung der Menge von Puppen-Exoskeletten (typischerweise Fühler, Kopf, Thorax).

Bodenschieber VSH-Anzeichen

Abb. 2: Fühler von ausgeräumten Puppen – eigene Aufnahme von April 2026. Im Buch finden sich ab Seite 49 vergleichbare Bilder. In der Mitte des Bildes ist ein Fühler zu sehen, etwas oberhalb Exoskelett-Teile.

 

7 Andere Monitoring-Methoden

Seite 53 bis 58

  1. Die Puderzucker-Methode und das Auswaschen mit Alkohol wird wegen der geringen Stichprobe nicht praktiziert (S. 53)
  2. VSH-Brutanalyse (Tests nach Garbo und Stevens) werden nicht durchgeführt, da zu arbeitsaufwendig (S. 54).
  3. Öffnen und Kontrolle von Drohnenbrut: Das Beschädigen von Drohnenbrut erscheint dem Autor nicht opportun. Entscheidend ist die Arbeiterinnenbrut (S. 55).
  4. Nadelstich oder Gefrier-Methode: Da prüft, ob Bienen tote Brut erkennen. Varroa tötet die Braut aber nicht.
  5. Die Westham Beekeepers bevorzugen a) das Monitoring des Totenfalls auf dem Varroa Einschubbrett. Das Brett bleibt immer eingelegt. Ameisen tragen Milben nicht fort. (S. 57). Weiterhin beobachten sie b) die Brutwaben und werten Fotos aus.
  6. Der Autor empfiehlt, regelmäßig zu Monitoren und nicht Schlussfolgerungen aus einzelnen, punktuellen Beprobungen zu ziehen. Zudem sollt eine einmal gewählte Methode aus Konsistenzgründen beibehalten werden (S 58).

8 Resistenzverhalten von Honigbienen gegen Varroa im Jahresverlauf

Seite 59 bis 73

Anmerkung: Es wird im wesentlichen ein Volk des Autors beschrieben, das seit 10 Jahren varroaresistent ist, guten Ertrag liefert und (meist) angenehm im Umgang ist.

  1. Bei Schlechtwetter nimmt das Hygieneverhalten gegen Varroa zu, da die Bienen weniger mit Futterverarbeitung beschäftigt sind.
  2. Sobald es Drohnenbrut gibt, die achtmal attraktiver für Varroa ist (Fuchs 1990), wird weniger Arbeiterinnenbrut geöffnet und wieder verdecket.
  3. Sobald die Drohnen schlüpfen, steigt der Milbentotenfall an (S. 53)
  4. Schwärme werden bei den Westham Beekeepers vorweggenommen (anstatt die Sxhwarmvorbereitungen zu verhindern). In der brutfreien Phase fielen 170 Milben, die von den adelten Bienen geputzt wurden (S. 64)
  5. In der Trachtzeit (Juni – Juli) nimmt das Hygieneverhalten ab, das Bienenvolk ist mit Futter beschäftigt (S. 65)
  6. Im Spätsommer sterben sehr viele Milben. Zusätzlich zu den dunklen Muttermilben sieht man viele (hellere) junge Milben. Es gibt weniger Brutzellen, so dass diese von den Milben mehrfach belegt werden mit geringerer Erfolgsquote (S. 66, Martin 1955)
  7. Die Westham Beekeepers lassen einen vollen Honigraum auf den Völkern, damit sich die Bienen auf das Hygieneverhalten konzentrieren können. In der zeit August – Oktober werden intensiver Puppen-Skelette ausgeräumt (S. 67)
  8. Die letzte Generation von Winterbienen schlüpft (dort) bis zur dritten Novemberwoche. Der Milbentotenfall danach ist gering.
  9. Erste neue Brut wird in der dritten Dezemberwoche angelegt (S. 69). Das Hygieneverhalten gegen die Milben setzt ein, sobald die überlebenden Milben versuchen, sich zu vermehren. (S. 71)
  10. Mit der Drohnenaufzucht ab April können sich die Milben besser vermehren. Bienen zeigen wenig bis kein Hygieneverhalten bei befallener Drohnenbrut.

Anmerkung: Abbildung 8.8 auf Seite 72 (Milbenwachstum im Jahresverlauf) veranschaulicht das dynamische Geschehen um die Milbenpopulation.

 

9 Zusätzliche Faktoren für die Gesundheit der Bienenvölker

Seite 75 bis 79

  1. Geringe Isolierung der Beuten bedeutet Stress für die Bienen (S. 76, Mitchell 2023). Das Heizen im Winter (verbunden mit der Stoffwechselleistung) verkürzt die Lebenszeit der Winterbienen.
  2. Brutpausen sind vorteilhaft für ein Bienenvolk und hemmen Brutkrankheiten. Schwarmverhinderung wirkt dem entgegen (S. 78)
  3. Propolis zu produzieren ist aufwendig, Propolis site allerdings für Bienen mehrfach vorteilhaft (Immunabwehr, größere Brutmengen …(S.78, Finstrom & Spivak 2010)
  4. Reduktion von Eingriffen ist vorteilhaft für Bienen.

10 Selektionsprozess und Verbreitung der Varroaresistenz

Seite 81 bis 87

  1. Im Grundsatz ist es das Ziel, auch auf biotechnologische Maßnahmen (Drohnenschnitt…) zu verzichten.
  2. (Kunst) Schwarmbildung (Anmerkung: auch Schwarmvorwegnahme) entspricht dem natürlichen Entwicklungszyklus der Bienen und ist primär kein künstlicher Eingriff.
  3. Vitalität im Frühjahr ist ein guter Indikator. Warnhinweise sind: Zögerlicher Volksaufbau, steigende Milbenzahlen auf dem Varroabrett, Anzeichen von DWV.
  4. Eine Korrelation von Sanftmut, Wabenstetigkeit und Varroaresistenz wird nicht beobachtet.
  5. Selektionskriterien der Westham Beekeepers: 1. Erfolgreiche Überwinterung ohne Behandlung, 2. Öffnen und Ausräumen von Brutzellen, 3. Geringer Milbentotenfall nach starker Brutentwicklung, 4. Vitalität im Frühling (inkl. Sammelverhalten), 5. Sanftmut.
  6. Varroaresistenz wird über die Mutter vererbt. Nur ein Teil der Ammenbienen benötigt VSH-Fähigkeiten. (S. 85)
  7. „Schlechte“ Völker sollen umgewechselt, nicht „durchgezogen“ werden.

11 Drohnen: Ein Schlüssel für Varroaresitenz-Merkmale

Seite 89 bis 92

  1. Drohnen aus (varroa-) befallenen Völkern wiegen weniger und haben leichtere Hoden (S. 89, Omar 2017)
  2. Es müssen genügend gesunde (eigene) Drohnen während der Vermehrungszeit zur Verfügung stehen (S. 89. Etwa 20% sollten Drohnenbau sein (S. 91).
  3. Der Autor empfiehlt natürlichen Drohnenbau, um keine kleinen Drohnen zu haben Kleine Drohnen paaren sich schlechter (S.90, Gencer&Kahya 2020).
  4. Die Völker mit den meisten Drohnen produzieren auch den meisten Honig (S. 92).

12 Nachhaltigen Bienenhaltung für varroaresistente Bienen

Seite 93 bis 98

  1. Schwarmvorwegnahme ist vorteilhaft (S. 93)
  2. Dazu entnimmt man einem Volk die Königin, einige Ammenbienen, eine verdeckte Brutwabe, eine Futterwabe. Sollte das Spendervolk nicht erfolgreich eine neue Königin ziehen, hat man durch Rückvereinigung das alte olk wieder zurück. (S.94)
  3. „Eigentlich“ sollten im Spenedervolk alle bis auf eine Weiselzelle gebrochen werden. Die Westerham Beekeepers mögen das nicht, packen die Zellen in einen Brutschrank und verschenken später die Prinzessinnen (S. 95).
  4. Die Westham Beekeepers setzen auf eigene Königinnen und der Verwendung lokaler, an die Region angepasster Bienen (S. 98).

13 Honigertrag und Überleben der Völker

Seite 99 bis 103

  1. Leistungsstarke Völker liefern 50 kg im Jahr.
  2. Eine volle Honigzarge bleibt zum Überwintern auf den Völkern.
  3. In Wales betrug die (Winter-)Verlustrate unbehandelter Völker Bein 13%.
  4. In Südafrika ist die Verlustrate mittlerweile (nach Anpassung seit 1997) bei 5% (S. 103, Allsop 2006).

14 Was wir gelernt haben

Seite 105 bis 110

  1. Konsequenz ist entscheidend, unterdurchschnittliche Königinnen müssen entfernt werden. (S. 105).
  2. Nur geöffnete Brut reicht nicht. Auch der Milbenfall muss niedrig sein (S. 106)
  3. Milbenverstümmelung und soziales Putzverhalten („grooming“) reduziert die Varroabelastung nicht (S. 107).
  4. Das Putzverhalten unterscheidet sich nicht in resistenten und varroa-anfälligen Völkern (S. 108, Aumeier 2001).
  5. Die Größe der Bienen („kleineres Zellenmaß“) hat keine Auswirkungen auf die Varroaresistenz (S.110).

15 Einstieg und Umstieg auf behandlungsfreie Imkerei

Seite 111 bis 117

Das Varroa-Projekt ist im siebten Jahr.

Es wurden Fehler gemacht.

Sieben Gründungsmitglieder starteten mit der Hälfte ihrer Völker (S. 113)

Ein leicht zugänglicher Bienenstand (z.B. im eigenen Garten) ist für das Monitoring ideal (S. 114).

Völker mit geringer Varroaresistenz behandeln (S. 115).

Verwendung ausschließlich lokal angepasster Bienen.

Anzahl der Pflegeeingriffe (Durchsichten) minimieren (S. 116).

Man gebe sich drei Jahre Zeit … (S. 116).

 

Anhang

Ausgewählte Quellen und Links

Allsopp, Mike. (2006). Analysis of Varroa destructor infestation of southern African honeybee populations /. Includes summary. Thesis (M.Sc.)(Zoology)–University of Pretoria, 2006. Includes bibliographical references (leaves 125-146). Researchgate: https://www.researchgate.net/publication/35636736_Analysis_of_Varroa_destructor_infestation_of_southern_African_honeybee_populations

Rosenkranz,Peter, Aumeier, Pia., Ziegelmann, Bettina (2010) Biology and control of Varroa destructor. Journal of Invertebrate Pathology, Volume 103, Supplement,  S96-S119,
ISSN 0022-2011, https://doi.org/10.1016/j.jip.2009.07.016. (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022201109001906)

Spivak, Marla & Danka, Robert G. (2021) Perspectives on hygienic behavior in Apis mellifera and other social insects. Apidologie 52, 1-16, DOI:10.1007/s13592-020-00784-z. Online Ressource https://www.researchgate.net/publication/343929126_Perspectives_on_hygienic_behavior_in_Apis_mellifera_and_other_social_insects

Ein youtube-Video der Zoologie der Universität Innsbruck zum Buch von Riley (https://youtu.be/2Mpdce-ROGc): „Nicht nur Milben zählen! So erkennst du Varroaresistenz in der Varroawindel!“

Ein youtube-Video zur Erkenntnissen über das Recapping: „Wie Bienen Varroa „in den Griff“ bekommen: Die Kunst der rechtzeitigen Kontrolle und Recapping“. Martin Gabel hat herausgefunden, dass Recapping die Milbenproduktion stört.

Glossar

Betriebsweise (imkerliche)

Die Betriebsweise ist die Sammlung von Abläufen und Tätigkeiten, mit denen eine Imker seine Völker durch das Jahr führt. Betriebswirte würden von imkertlichen Prozessen sprechen. Die Betriebsweise hängt von der verwendeten Beute und der Biene ab. Betriebsweisen variieren je nach klimatischen Bedingungen.

Beute

Die künstliche Behausung, die Menschen für die Bienenhaltung bereitstellen, heißt Beute (da Menschen darin Honig erbeuten).

Bien

Ein Bienenvolk zeigt in seiner Gesamtheit Eigenschaften, die auch Säugetiere haben. Die Gesamtheit der Bienen in einem Bienenstock (Königin, Arbeiterinnen, Drohnen) heißt Bien, der Bien wird quasi als ein Lebewesen betrachtet, einen Einzelne Biene ist darin nur eine Komponenten wie z.B. ein Organ.

Bienenstock

Ein Bienenstock ist die Gesamtheit von Bienenvolk und Behausung, in der das Volk lebt.

Dank

Ich danke den Imkerkolleginnen und -kollegen in den Vereinen Imkerverein Viersen Stadt (80 Mitglieder) und Imkerverein Krefeld (130 Mitglieder) für die stete Diskussionsbereitschaft und konstruktive Kritik. Ebenso danke ich dem Kreisimkerverband Krefeld Viersen (KIV KV) für die Einsetzung einer Gruppe zum Austausch über Varroaresistenz

Autor und Lizenz

Prof. Dr. Claus Brell

Bienensachverständiger NRW

Wespen- und Hornissenberater

Obmann für neue imkerliche Betriebsweisen im Kreisverband Viersen

aktuelle Projekte: Anti-Velutina-Flugloch-Einengung,

abgeschlossene Projekte: Biene40,Steel4Bees

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