„Bienen in Mini Plus einfach füttern“ beschreibt einen einfachen Fütterer aus einer Futterschale und einem Futterbrett, ein einfaches Brett mit einem Loch. Das Ganze lässt sich platzsparend verstauen und einfach säubern. Der Fütterer ersetzt meine bis dato eingesetzten Adam-Fütterer, die in der Handhabung etwas unflexibler sind. Das Titelbild zeigt die Futterschale, die auf das Brett mit Loch und eine Zarge aufgesetzt ist.
Ersterstellung 06.09.2026
Update 17.10.2026, neue Bilder
Der Aufbau des Fütterers
Das „Futterbrett“ als Bienentrennung und als Halterung für die Futterschale
Das „Futterbrett“ baut der Maker / Imker schnell selbst, es besteht aus einer Pappelsperrholzplatte. Eine 4 mm Platte genügt für 6er Mini Plus, die Platte hier hat 12 mm, sie war noch in der Bastelkiste. Für das Mini Plus 12er System soll der Fütterer im Herbst 2026 auch getestet werden, dann kommen zwei Löcher in das „Futterbrett“ und es werden zwei Futterschalen je Volk verwendet.
Die Abmessungen des Futterbretts sind 275 mm x 275 mm. Damit passte es auf eine Zarge und in die untere Falz einer Mini Plus Styro Zarge.
Das Loch ist mittig und durchmisst 46mm. Damit passt das Aufstiegsrohr der Futterschale eng hinein, es ist Bienendicht und nichts wackelt.
Abb. 1: Das Futterbrett
Die Futterschale
Die Futterschale ist aus Kunststoff und durchsichtig, man kann den Bienen bei der Arbeit zuschauen. Die Futterschale ist wie ein offener, halber Torus aufgebaut. In der Mitte gibt es einen Aufstieg, über den die Bienen in die Futterschale gelangen können. Eine Abdeckhaube verhindert, dass zu viele Bienen zum Fütterer gelangen und im Sirup ertrinken. Im Grundsatz funktioniert die Futterschale wie ein Adam-Fütterer.
Abb. 2: Die Futterschale. Der Dom, eine durchsichtige Plastikkappe, ist noch nicht aufgesetzt.
Fassungsvermögen der durchsichtigen Futterschale
Bequem passen 800ml in die Futterschale, Steht die Beute absolut gerade, so fasst sie knapp 1 Liter. Um Kleckern zu vermeiden, befalle ich sie nur mit 800 ml.
Die Futterschale auf das Futterbrett aufsetzen
Abb. 3: Die Futterschale wird in das Loch des Futterbretts gesetzt, die Konstruktion kommt auf die Zargen mit den zu füllenden Futterwaben.
Schutzzarge aufsetzen
Abb. 4: eine ältere leere Zarge dien als Schutzzarge. Hamit die die Futterschale auch gut isoliert und die Bienen verklammen nicht, wenn sie zum Futter hochsteigen.
Abb. 5: Von der Seite ist nun von der Futterschale nichts mehr zu sehen. Wenn ein dünnes 4 mm Brett verwendet wird, geht die Falz der Schutzzarge über den der Futterzarge und die Mini Plus-Beute steht stabil.
Den Fütterer befüllen und in Betrieb nehmen
Welche Zucker- und Wassermenge benötige ich?
Da in den Fütterer bequem 800 ml passen, mische ich mir in einer Getränkeflasche passen 800 ml Sirup an. Im Herbst fütterer ich mit 66% Zuckerwasser, im Frühjahr mit 50%. Tab. 1 gibt die Mischungsverhältnisse an. Die vorbereiteten Getränkeflaschen nehme ich mit zum Stand und befalle dort, dadurch habe ich wenig Last mit Wespen, aufdringlichen Bienen, Kleckserei und nachfolgend Räuberei. Für größere Mengen nehme ich einen Akku-Rührer und ein Speidel-Fass mit Zapfhahn.
| Eingaben | |||
| gewünschtes Volumen (ml) | 800 | 1000 | 1500 |
| Ausgaben für 50% Lösung | |||
| Gewicht (g) | 984 | 1230 | 1844 |
| Zuckermenge (g) | 492 | 615 | 922 |
| Wassermenge (g = ml) | 492 | 615 | 922 |
| Ausgaben für 66% Lösung | |||
| Gewicht (g) | 1058 | 1322 | 1984 |
| Zuckermenge (g) | 635 | 793 | 1190 |
| Wassermenge (g = ml) | 423 | 529 | 793 |
Tab. 1: Zucker-und Wassermenge für zwei Sirupkonzentrationen. Der Fütterer hier soll mit 800 ml 66%iger Lösung gefüllt werden, dazu werden 635g Zucker mit 423ml Wasser sorgfältig gemischt.
Zusatz von Invertase
Geren gebe ich etwas Invertase zum Sirup. Die Invertase spaltet die Saccharose in Glucose und Fructose aus. Die Bienen setzen aus dem körpereigenen Drüsensystem zwar selber Invertase zu, in der Pollenarmen Herbstzeit kann man aber durch eine Vorinvertierung des Sirups die Bienen unterstützen. Deren endokrines System benötigt Eiweiß, also Pollen, um das Enzym Invertase bilden zu können, wenn kein Pollen da ist, müssen sie die Reserven in ihrem Fettkorper angreifen.
Größere Mengen Futtersirup im Speidel-Fass anrühren
Abb. 6.: Größere Mengen Futtersirup im Speidelfass. Das Gärfass mit Auslaufhahn eignet sich zum Anrühren, zum Transport und zum Einfüllen von Bienenfutter. Mit lauwarmenWasser und einem Rührer gelingt der Futtersirup schnell. Der Rührer ist ein handelsüblicher Edelstahl-Gastronimierührer mit einem Sechskant-Schaft, als „Rührmotor“ kommt ein kräftiger, preiswerter Akkuschrauber vom Discounter zum Einsatz.
Abb. 7: Sirup in Fütterer einfüllen am Bienenstand. Das Bild zeigt die Schutzzarge, auf die Ecke lässt sich bequem das Speidel-Fass aufstellen und der Futter-Sirup fließt direkt und kleckerfrei in die Futterschale. Ein paar Bienen haben sich schon unter dem durchsichtigen Dom versammelt und nehmen das Futter ab.
Anhang
Weiterlesen
Mini-Plus für den Winter einfüttern – was sollen Beuten wiegen?
Mit einer einfachen Kofferwaage und ein paar Annahmen gelingt die Mini-Plus Winterfütterung. Für eigene Berechnungen stelle ich hier mein Excel-Kalkulationsblatt „Mini-Plus Futter Rechner“ zur Verfügung:
Bienenfutter-Bereiter selber bauen – Zuckersirup ohne rühren
Eine bebilderte Anleitung für den Bau feines Bienenfutter-Bereiters für größere Mengen. Rühren ist nicht erforderlich, eine hohe Zuckerkonzentration stellt sich von selber ein. Der Sirup-Durchlauf-Prozess ist nichts für Eilige … und hin und wieder muss man sich um die Hygiene des Behälters kümmern.
Glosasar
Saccharose
Saccharose (auch: Sucrose) ist ein Zweifachzucker oder Disaccharid. Handelsüblicher Zucker (Haushaltszucker, Kristallzucker) besteht aus 100% Saccharose.. Saccharose besteht aus chemisch aus gleichen Anteilen von Glukose und Fruktose. Saccharose wird in Deutschland meist aus der Zuckerrübe gewonnen, kann aber auch mit Zuckerrohr erzeugt werden.
Glukose
Glukose (auch: Dextrose, Glucose, Traubenzucker) ist ein Einfachzucker oder Monosachcharid. Glukose ist die Hauptenergiequelle für das Gehirn und wesentlicher Bestandteil im Muskel-Stoffwechsel. Glukose kann durch Investierung aus Saccharose gewonnen werden. Bei Menschen und Tieren wird Glukose in Form von Glykogen gespeichert, bei Pflanzen als Stärke.
Fruktose
Fruktose ist, so wie Glukose, ein Monosaccharid oder Einfachzucker. Gemeinsam bilden ein Fruktose- und ein Glukose-Molekül Haushaltszucker (Saccharose). Fruktose schmeckt sehr süß und wird daher in der Getränkeindustrie eingesetzt. Einige Studien lassen vermuten, dass hohe Aufnahmen von Fruktose nachteilige Veränderungen im Energiestoffwechsel des Körpers verursachen können. Fruktose wird als ein Auslöser für Diabetes verdächtigt. Die meisten Menschen vertragen größerer Mengen von Fruktose schlecht. Fruktose hat technisch günstige Eigenschaften, so wird es als Feucwhthaltemittel in Lebensmitteln eingesetzt.
Invertase (Invertin, E1103)
Das Enzym Invertase spaltet Haushaltszucker (Saccharose) in Fruchtzucker und Traubenzucker auf. Der so gebildete Invertzucker neigt im Gegensatz zu Haushaltszucker in Lösungen nicht zur Kristallbildung. Invertzucker ist hygroskopisch und wird z.B. als Feucwhthaltemittel in Marzipan eingesetzt. Invertase gilt als gesundheitlich unbedenklich. In der EU ist Invertase als Lebensmittelzusatzstoff mit der Nummer E 1103 für alle Lebensmittel, die für Zusatzstoffe zugelassen sind, ohne Höchstmengenbeschränkung zugelassen. Die Invertaseaktivität von Honig ist ein Qualitätsmerkmal und weist auf nicht wärmebehandelten Honig hin.
Zitronensäure (E330, Summenformel: C6H8O7)
Zitronensäure gehört zu den Fruchtsäuren und wurde 1784 zum ersten Mal von Carl Wilhem Scheele isoliert, die Struktur wurde 1838 durch Justus Liebig aufgeklärt. Kristalline Zitronensäure schmilzt bei 100 °C. In Wasser ist Zitronensäure leicht löslich (Löslichkeit 145 g/100 g Wasser). Zitronensäure löst sich auch in Alkohol, nicht in organischen Lösungsmitteln wie Ether oder Chloroform. Zitronensäure wird von Bienen leicht verstoffwechselt, im Citratcyclus bei Menschen werden bis zu 2kg pro Tag umgesetzt. In geringen Mengen eingenommen fördert Zitronensäure indirekt das Knochenwachstum, in größeren Mengen wirkt sie jedoch toxisch (LD50 bei Ratten: 3 g/kg). Zitronensäure wird als Säuerungsmittel für Lebensmittel eingesetzt. Zitronensaft enthält 5–7 % Zitronensäure.
Dank
Ich danke den Imkerkolleginnen und -kollegen in den Vereinen Imkerverein Viersen Stadt (80 Mitglieder) und Imkerverein Krefeld (130 Mitglieder) für die stete Diskussionsbereitschaft und konstruktive Kritik.
Autor
Prof. Dr. Claus Brell
Bienensachverständiger NRW
Wespen- und Hornissenberater
Obmann für neue imkerliche Betriebsweisen im Imker-Kreisverband Viersen Krefeld
abgeschlossene Bienen-Projekte: Biene40,Steel4Bees, AI4Bee
CC BY 
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