Ein neu gebildetes Bienenvölkchen sollte nie hungern. Wenn die Königin z.B. in Mini Plus mit 6 Rähmchen schon alle Waben gestiftet hat, ist das Zuhängen von Futterwaben schlecht möglich. Eine Möglichkeit ist, dass die Bienen Honig aus Futterwaben umtragen – in den Futterkranz – und so nur temporär eine zweite Zarge benötigen. Normalerweise gehört dann noch ein Absperrgitter und eine Leerzarge dazwischen dazu. Mit einem kleinen Trick gelingt das auch mit weniger Material.
Das Titelbild zeigt den Aufbau, drei Mini Plus Ableger in Reihenaufstellung, der mittlere Ableger mit der Nummer 7 hat einen Aufbau zum Füttern.
Ersterstellung 02.06.2026
Versuch läuft – wird noch bearbeitet
Die Idee
Brutraum dunkel halten und die Futterwaben hell stellen
Die Bienen sollen das Futter in die Nähe der Brut umtragen und, falls sie draußen etwas finden, gar frischen Nektar in die zusätzlichen Futterwaben einlagern.
Der Trick ist, dass die Bienen nur einen kleinen Zugang durch ein Loch in einer schwarzen Folie oder eine 4mm-Holzplatte (Abb. 1) zu den Futterwaben haben. Die Holzplatte trennt den Brutraum von der Zarge mit den Futterwaben (Abb. 2). Der Deckel besteht aus lichtdurchlässigem Material, hier ein Stück stabile Tischfolie (Abb. 3). Damit bei Sonnenschein der Aufbau nicht zum Wachsschmelzer mutiert, wird die Wärmestrahlung durch eine deckelgroße, weiße Holzplatte (Abb. 4) abgeschirmt. An der Unterseite der Holzplatte sind acht 20mm starke Klötzchen geleimt, die die Folie gegen Wind fixieren und ausreichend Licht zum Anlocken der Bienen hineinlassen. Dadurch ist die Holzplatte hinterlüftet und wirkt als Strahlungsschild.
Die Bienen wollen nun den Honig aus dem Hellen in das sichere Dunkle „retten“, also Futterwaben Umtragen in den Brutraum.
Abb. 1: Holzplatte mit Loch und Sperrgitter. Die Platte besteht aus 4mm Pappelsperrholz, das Loch wurde mit einem 35mm Förster-Bohrer gefertigt. Das Loch erhält ein Sperrgitter, das hier mit der Heißklebepistole befestigt wird. Das Sperrgitter Solleine ggf. neugierige Königin Fernhalten. Die Brutraumseite der Platte ist dunkel gestrichen, um den Kontrast der hellen Öffnung zu erhöhen.
Abb. 2: Zarge mit Futterwabe. Die Futterwaben sollen locker in der aufgesetzten Zarge sitzen.
Abb. 3: Auflage der durchsichtigen Folie. Es kann ebenso ein Stück Abdeckung-Fix oder eine Acrylglasplatte verwendet werden.
Abb. 4: Holzplatte mit Loch und Sperrgitter auf die Brutzarge aufgelegt. Das Loch ist ein Kompromiss zwischen Dunkelheit für den Brutraum, Durchlässigkeit für die Bienen und Sperre für die Königin.
Abb. 5: Der gesamte „Demoaufbau“ ohne Bienen, auf einer Mini Plus Fotobeute als Brutzarge. Von unten nach oben: Brutzarge, Lochplatte, Zarge mit Futterwabe, lichtdurchlässig Folie oder Platte, Strahlungsschild.
Ideengeber – Artikel Melezitose umtragen lassen
Die Idee ist ursprünglich dazu gedacht, Meletizose-Honig durch die Bienen umtragen zu lassen und so schleuderbar zu machen. Armin Spürgin beschreibt das Vorgehen in einem Artikel „Melzitosehonig ernten: Vier Verfahren“ in bienen&natur 06/2026
Der Versuch
Am 02.06. 2026 startet ein Versuch mit einem Ableger, in dem die junge Königin schon alle Rähmchen besucht und größtenteils bestiftet hat. Futterkränze sind freigehalten, aber kaum mit Futter belegt. Den Gesamtaufbau zeigt das Titelbild. Um 15:40 wurde die Zarge mit der Futterwabe aufgesetzt, um 18:30 zum ersten mal kontrolliert (Abb. 6).
Abb. 6: Blick in die Zarge mit zwei Futterwaben nach knapp drei Stunden. Die Bienen haben den Zugang gefunden und sitzen auf der Futterwabe
| Zeit | Gewicht Wabe 1 | Gewicht Wabe 2 |
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| … | g | g |
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Tab. 1: Gewichtsentwicklung der beiden Futterwaben.
Quellen
Spürgin, Armin (2026) Melezitose Umtragen lassen. In. Melezitosehonig ernten: Vier Verfahren, bienen&natur, 06/2026, S. 20-21
Honigbienen füttern in Mini Plus






