Schreibregeln für Seminararbeiten.

Schreiben fällt schwer – insbesondere in den Anfangssemestern. Die größten Fallen kann man mit der Beachtung einfacher Schreibregeln vermeiden – und mit der eigenen Seminararbeit auf eine gute Note hinarbeiten. Dabei ist eine Seminararbeit an einer Hochschule eben kein Deutschaufsatz („mein schönstes Ferienerlebnis“) sondern unterliegt anderen Regeln. Die folgenden Punkte sollen – als Einstieg – schon die erste Seminararbeit zum Erfolg werden lassen.

Merkregeln (und Checkliste)

  1. Die Form ist wichtig, es kommt nicht nur auf den Inhalt an.
  2. Tippfehler und Grammatikfehler machen einen schlechten Eindruck. Wenig Sorgfalt in der Form … wenig Sorgfalt im Inhalt.
  3. Stoppworte: In (deutschen) Seminararbeiten haben folgende Worte nichts zu suchen: „ich“, „wir“, „sehr“, „natürlich“, „gewisse“.
  4. In den Abschnitten „Persönliche Motivation“ und „Lessons Learned“ dürfen  „ich“ und „wir“ vorkommen.
  5. Keine Superlative: Superlative gehören nicht in eine Seminararbeit (nicht: „am optimalsten“, „das beste“…)
  6. Keine Synonyme: Eine Seminararbeit ist kein Deutschaufsatz: Gleiche Dinge werden immer mit dem gleichen Substantiv benannt.
  7. Adjektive schreddern: jedes Adjektiv prüfen, ob es weggelassen werden kann. Wenn ja, weglassen.
  8. Konkret werden: statt „viele“ oder „einige“: „184“ oder „3“.
  9. Keine Metaphern wie  „auf der Hand liegen“ oder „am Puls der Zeit“. Das ist  journalistisch.
  10. Keine Aussage ohne Beleg (alles, was nicht Allgemeinwissen ist, muss durch einen Quellenangabe / Zitat untermauert werden).
  11. Einheitliche Zitiertechnik (Claus Brell mag die Havard-Zitierweise. Im Text: (Brell 2020), im Quellenverzeichnis: Brell, Claus (2020) Genug Futter im Stock? – Temperaturmessung zeigt`s an. In: bienen&natur 03.2019, München. S. 36-37.)
  12. Abbildungen sind wichtig. Selbst erstellte Abbildungen werden positiv gesehen.
  13. Abbildungen, die nur Dekoration sind und nicht zur Klärung beitragen, werden negativ beurteilt.
  14. Jede Abbildung hat eine Abbildungsunterschrift, z.B. „Abb. 25: Beispiel Temperaturverlauf im Bienenstock nach Störung“.
  15. Jede Abbildung muss im Text auch erwähnt werden, sonst braucht man sie nicht. Beispiel: „Bei der Gabe von Rauch ändert sich die vertikale Temperaturschichtung (Abb. 25)“
  16. Redundanzen sind schädlich. Alles, was zu sagen ist, wird nur einmal und an der richtigen Stelle gesagt.
  17. Vorwärtsverweise sind Anzeichen für eine undurchdachte Struktur. Möglichst wenige davon.
  18. Wenn es eine Vorlage / Template gibt, nutze sie.

 

Quellen für Schreibregeln:

 

Disterer, Georg (2009) Studienarbeiten schreiben. Berlin. 5. Auflage. DOI 10.1007/978-3-540-88912-0 (Online bei Springer Link über Hochschulbibliotheken erhältlich)

Als Bewertungskriterium werden auch die Gestaltungshinweise für Abschlussarbeiten

https://www.hs-niederrhein.de/fileadmin/dateien/FB08/Pruefungen/GestaltungAbschlussarbeit.pdf

herangezogen – beachten Sie hier die Abschnitte 5 und 7.

Schreiben lernen:

Schneider, Wolf: Deutsch für junge Profis http://www.amazon.de/Deutsch-f%C3%BCr-junge-Profis-lebendig/dp/3499626292/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1396296537&sr=8-2&keywords=wolf+schneider+deutsch+f%C3%BCr+profis

Zitiertechnik: https://www.mentorium.de/ebook/wissenschaftliches-arbeiten/zitieren-zitation-zitierregeln-zitiernormen-tipps/

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