Bienen in Mini Plus von 6er Styro auf 12er Holz umwohnen im März

Das Bild zeigt Mini Plus Beuten in Styro und Holz

Neue Ableger lassen sich gut im Mini Plus Beutensystem bilden. Dazu sind die kleinen Styropor-Beuten für 6 Rähmchen je Zarge praktisch, die Völkchen in Mini Plus lassen sich leicht transportieren und umstellen. Mit einer zweiten Zarge auf 12 Rähmchen erweitert, überwintern die Bienen gut und man kann im Frühjahr entscheiden, was man mit dem Völkchen vorhat. Soll das Völkchen nun weiter geführt werden, ist das zwar im Mini Plus Styroporsystem möglich, allerdings steigt der Zargenstapel leicht auf vier oder gar mehr Zargen an, dann werden Durchsichten mühsam. Bequemer geht es dann mit 12 Rähmchen in einer Ebene. Zur Tag- und Nachtgleiche am 22. März eines Jahres ist dazu ein guter Zeitpunkt. Je nach Grünlandtemperatursumme oder dem phonologischem Kalender kann eine Umwohnen auch 8 Tage früher oder später sinnvoll sein.

Das Titelbild zeigt den Zustand am Bienenstand vor dem Umwohnen. Zu sehen sind links eine schon belegte Holzbeute, daneben eine neu vorbereitetet Holzbeute und rechts zwei Mini Plus Völkchen in Styro, die darin zweizargig überwintert wurden.

Erstellt: 23.03.2026

Analyse zum Zeitpunkt

Der 22. März, also die Tag- und Nachtgleiche, ist zunächst ein Plandatum, das in den meisten Jahren sinnvoll sein wird. Ist die Grünlandtemperatursumme der Zeit weit voraus und das Völkchen ist schon stark, kann es sinnvoll sein, ein paar Tage früher das Wölkchen umzuwohnen. Die Grünlandtemperatursumme für den eigenen Standort bestimmt man leicht mit der Internetseite https://beelot.de. In Willich am Niederrhein betrug die Temperatursumme am 22.03.2026 363 Gradtage, damit wird zum 23.03. bereits die Kirschblüte erwartet, ebenso zeigt die Mirabell schon die ersten Blütenansätze. Die Bienen tragen fleißig Pollen ein, damit schafft das Umwohnen auch die Voraussetzung, einen Honigraum aufzusetzen und dem wachsenden Volk Platz zu geben.

In 2026 wiesen die Beobachter im phänologischen Kalender den Erstfrühling aus. Was das für die Imkerei heißt, kann man im Beitrag zum Imkern im Erstfrühling nachlesen.

Analyse für die Entscheidung über das Mini Plus Völkchen

Wenn in zwei Mini Plus Styroporzargen von den Bienen weniger als fünf Wabengassen besetzt sind, kann man das Völkchen vielleicht durchs Jahr päppeln, aber es wird Arbeit und wenig Freude machen. Dann ist es ggf. sinnvoller, das Völkchen aufzulösen.

Vorbereitungen zum Umwohnen

Material: Man benötigt eine saubere Mini Plus Holzzarge für 12 Rähmchen und einen passenden Boden. Oft heißt diese Kombination „2-in-1-System“ und wird für zwei Ableger verwendet. Ebenso gibt es das Mini-Plus-Überwinterungssystem, das wie eine kleine Trogbeute aussieht und bei der Boden und Brutzarge zusammen gefertigt sind. In beiden lässt sich gut arbeiten, getrennter Boden und Zarge ist leichter zu reinigen und man ist etwas flexibler. Eine Folie, ein Innendeckel und ein Außendeckel komplettiert die neue Bienenwohnung.
Im Weiteren wird davon ausgegangen, dass Wabenhygiene schon durchgeführt wurde, Ansonsten kann es sinnvoll sein, ein bis drei Mittelwände parat zu haben.

Kleines Umstellen: Wenn man kann, sollte die Styro-Beute nun um 30 bis 50 cm verschoben werden, die neue Holzbeute kommt an die alte Stelle. Damit finden heimkehrende Sammlerinnen gleich ihre neues Zuhause; sie such zunächst am Ort, von dem sie abgeflogen sind.

Fluglochkeile: Die neue Wohnung erhält nun einen Fluglochkeit mit einer größeren Öffnung. Wer Fluglochkeile nicht mag, kann ihn auch weglassen. Die starke Anti-Velutina-Fluglocheinengung, die das Wölkchen im Winter auch gegen Mäuse geschützt hat, wird nun frei und kann gereinigt werden.

Rauch geben: Da das Brutnest neu zusammengestellt wird und die Bienen sich kräftig aufregen, lässt sich mit einer Rauchgabe entspannter arbeiten.

Umwohnen durchführen

Auf Königin achtgeben

Beim folgenden Umsetzen kann gleich nach der Königin geschaut werden. Ist sie noch nicht gezeichnet, erhält sie gleich einen Farbtupfer in der Vorjahresfarbe. Finden man die Königin nicht, so sollten die Rähmchen vorsichtig umgesetzt werden, damit die Königin nicht herunterfällt.

Obere Styro-Zarge umsetzen

Zunächst werden Futterwaben vom Rand aus der Styeo-Beute herausgenommen und mit den aufsitzenden Bienen hinten, also fluglochfern, in die Holz-Beute umgesetzt. Finden man eine stark mit Pollen gefüllte Wabe, kommt diese nach vorn zum Flugloch. Brutwaben kommen nun in die Mitte der Holzzarge möglich so, dass sie in der gleichen Reihenfolge wie vorher angeordnet sind. Dann passen alle Abstände – der beespace – und es werden keine Bienen gequetscht. Zudem bleiben die Bienen dann ruhiger.

Wenn alle 6 Rähmchen umgesetzt sind, wird die obere Styro-Zarge über der Holz-Zarge abgeklopft, verbleibende Bienen mit dem Besen in die Holzzarge gekehrt. Die Styro-Zarge leger man dann möglichst ein paar Meter beiseite, um sie später einfacher bienenfrei vom Stand transportieren zu können.

Abb.: Ein Zwischenstand – hier wurde bereits aus einer der beiden Styroporbeuten in Holz umgesetzt. Nach vorne sind zwei Pollenwaben angeordnet, dann folgen sechst Rähmchen mit beidseitig Brut, dann Futterwaben, von denen allerdings nur die hinterste noch gut gefüllt ist. So können die Bienen das Brutnest nach ihren Vorstellungen erweitern.

Untere Styro-Zarge umsetzen

Auch hier werden – falls vorhanden – Futterwaben nach hinten in die Holzbeute gesetzt. Pollenwaben kommen nach vorne zu Flugloch. Sollte es noch leere, ehemals stark bebrütetet Waben geben, so können diese entnommen und durch Mittelwände ersetzt werden. Die Mittelwände Gehören dann zwischen Futterwaben und Brutwaben. Die Brutwaben aus der unteren Zarge kommen nun zwischen. die Pollenwaben und die schon umgesetzten Brutwaben. Auch hier sollte die Reihenfolge beibehalten werden. Das Brutnest hat nun nur eine unschöne Wabengasse, die sich die Bienen neu einrichten müssen.

Die Futterwaben werden nun so sortiert, dass die am besten gefüllten außen hinten sind. Gibt es zwei Pollenwaben, so kommt auch hier die stärkere nach vorne zu Flugloch. Gibt es mehr als zwei Pollenwaben, könnten alle mehr als zwei durch Mittelwände ersetzt werden. Diese Mittelwände kommen ebenfalls nach hinten zwischen Brut und Futter.

Bienen in 12er Mini Plus einzargig

Abb.: Zustand am Stand nach dem Umwohnen. Rechts im Bild – mit den „Hausnummern“ 4 und 5 (seniorenfreundliche Größe, aus dem 3D-Drucker) sind die umgewohnten Holzbeuten zu sehen. Links muss noch die Fluglocheinengung gegen einen Fluglochkeil mit größerer Öffnung getauscht werden

Abschluss

Im Normalfalle sollte das Umsetzen nur wenige Minuten dauern. Es kommt nun Folie, Innendeckel und Außendeckel auf die Beute, Die Bienen brauchen nun etwas Zeit, um sich an die neue Konfiguration zu gewöhnen. In einem weiteren Beitrag ist beschrieben, wie man beim gleichen Standbesuch um die Tag- und Nachtgleich den Honigraum aufsetzt. Den Bienen sollte vor dem Aufsetzen des Honigraums eine halbe Stunde Zeit gegeben werden – dann wird für das Aufsetzen vermutlich nicht einmal Rauch benötigt.  Die Zeit kann genutzt werden, den Flugbetrieb zu studieren und zu erfahren, wie schnell sich die Bienen nach so einem Eingriff wieder beruhigen. Allerdings sollte man sich auch nicht täuschen lassen: Schätzungen gehen davon aus, dass die Bienen bis zu einem Tage benötigen, bis sie ihr Mikroklima in der Beute wieder hergestellt haben. Die Styroporbeute kann nun vom Stand abtransportiert, gereinigt und für neue Ableger vorbereitet werden.

Das Bild zeigt Mini Plus Zargen, bunt angemalt

Abb.: Die Styroporbeuten sind bereit für den Abtransport. Die Dokumentation erfolgt in ein gebundenes DIN A 5 Heft, hier im schwarzen Einband. Mit der Wasserwaage wird zuweilen kontrolliert, ob die Bienen noch waagerecht stehen. Tun sie das nicht, ist die Wahrscheinlichkeit für Wirrbau größer.

 

Dieser Beitrag ist Teil der Sammlung zum „Erlebnisorientiert Imkern in Mini Plus“.

 

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