„Bienen in Mini Plus einfach füttern“ beschreibt einen einfachen Fütterer aus einer Futterschale und einem Futterbrett, ein einfaches Brett mit einem Loch. Das Ganze lässt sich platzsparend verstauen und einfach säubern. Der Fütterer ersetzt meine bis dato eingesetzten Adam-Fütterer, die in der Handhabung etwas unflexibler sind. Das Titelbild zeigt die Futterschale, die auf das Brett mit Loch und eine Zarge aufgesetzt ist.
Stand 06.09.2026, wird noch erweitert.
Der Aufbau des Fütterers
Das „Futterbrett“ als Bienentrennung und als Halterung für die Futterschale
Das „Futterbrett“ baut der Maker / Imker schnell selbst, es besteht aus einer Pappelsperrholzplatte. Eine 4 mm Platte genügt für 6er Mini Plus, die Platte hier hat 12 mm, sie war noch in der Bastelkiste. Für das Mini Plus 12er System soll der Fütterer im Herbst 2026 auch getestet werden, dann kommen zwei Löcher in das „Futterbrett“ und es werden zwei Futterschalen je Volk verwendet.
Die Abmessungen des Futterbretts sind 275 mm x 275 mm. Damit passte es auf eine Zarge und in die untere Falz einer Mini Plus Styro Zarge.
Das Loch ist mittig und durchmisst 46mm. Damit passt das Aufstiegsrohr der Futterschale eng hinein, es ist Bienendicht und nichts wackelt.
Abb. 1: Das Futterbrett
Die Futterschale
Die Futterschale ist aus Kunststoff und durchsichtig, man kann den Bienen bei der Arbeit zuschauen. Die Futterschale ist wie ein offener, halber Torus aufgebaut. In der Mitte gibt es einen Aufstieg, über den die Bienen in die Futterschale gelangen können. Eine Abdeckhaube verhindert, dass zu viele Bienen zum Fütterer gelangen und im Sirup ertrinken. Im Grundsatz funktioniert die Futterschale wie ein Adam-Fütterer.
Abb. 2: Die Futterschale. Der Dom, eine durchsichtige Plastikkappe, ist noch nicht aufgesetzt.
Fassungsvermögen der durchsichtigen Futterschale
Bequem passen 800ml in die Futterschale, Steht die Beute absolut gerade, so fasst sie knapp 1 Liter. Um Kleckern zu vermeiden, befalle ich sie nur mit 800 ml.
Die Futterschale auf das Futterbrett aufsetzen
Abb. 3: Die Futterschale wird in das Loch des Futterbretts gesetzt, die Konstruktion kommt auf die Zargen mit den zu füllenden Futterwaben.
Schutzzarge aufsetzen
Abb. 4: eine ältere leere Zarge dien als Schutzzarge. Hamit die die Futterschale auch gut isoliert und die Bienen verklammen nicht, wenn sie zum Futter hochsteigen.
Abb. 5: Von der Seite ist nun von der Futterschale nichts mehr zu sehen. Wenn ein dünnes 4 mm Brett verwendet wird, geht die Falz der Schutzzarge über den der Futterzarge und die Mini Plus-Beute steht stabil.
Den Fütterer befüllen nun in Betrieb nehmen
Welche Zucker- und Wassermenge benötige ich?
Da in den Fütterer bequem 800 ml passen, mische ich mir in einer Getränkeflasche passen 800 ml Sirup an. Im Herbst fütterer ich mit 66% Zuckerwasser, im Frühjahr mit 50%. Tab. 1 gibt die Mischungsverhältnisse an. Die vorbereiteten Getränkeflaschen nehme ich mit zum Stand und befalle dort, dadurch habe ich wenig Last mit Wespen, aufdringlichen Bienen, Kleckserei und nachfolgend Räuberei.
| Eingaben | |||
| gewünschtes Volumen (ml) | 800 | 1000 | 1500 |
| Ausgaben für 50% Lösung | |||
| Gewicht (g) | 984 | 1230 | 1844 |
| Zuckermenge (g) | 492 | 615 | 922 |
| Wassermenge (g = ml) | 492 | 615 | 922 |
| Ausgaben für 66% Lösung | |||
| Gewicht (g) | 1058 | 1322 | 1984 |
| Zuckermenge (g) | 635 | 793 | 1190 |
| Wassermenge (g = ml) | 423 | 529 | 793 |
Tab. 1: Zucker-und Wassermenge für zwei Sirupkonzentrationen. Der Fütterer hier soll mit 800 ml 66%iger Lösung gefüllt werden, dazu werden 635g Zucker mit 423ml Wasser sorgfältig gemischt.
Zusatz von Invertase
Geren gebe ich etwas Invertase zum Sirup. Die Invertase spaltet die Saccharose in Glucose und Fructose aus. Die Bienen setzen aus dem körpereigenen Drüsensystem zwar selber Invertase zu, in der Pollenarmen Herbstzeit kann man aber durch eine Vorinvertierung des Sirups die Bienen unterstützen. Deren endokrines System benötigt Eiweiß, also Pollen, um das Enzym Invertase bilden zu können, wenn kein Pollen da ist, müssen sie die Reserven in ihrem Fettkorper angreifen.
Anhang
Quellen
Dank
Ich danke den Imkerkolleginnen und -kollegen in den Vereinen Imkerverein Viersen Stadt (80 Mitglieder) und Imkerverein Krefeld (130 Mitglieder) für die stete Diskussionsbereitschaft und konstruktive Kritik.
Autor
Prof. Dr. Claus Brell
Bienensachverständiger NRW
Wespen- und Hornissenberater
Obmann für neue imkerliche Betriebsweisen im Imker-Kreisverband Viersen Krefeld
abgeschlossene Bienen-Projekte: Biene40,Steel4Bees, AI4Bee
CC BY 
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