Einwinterung von Bienenvölkern vorbereiten – Checkliste

Ab der Tag- und Nachtgleiche am 22. September eines Jahres beginnt die Vorbereitung auf das Einwintern eines Bienenvolkes. Das Bienenvolk erbrütet die letzten Winterbienen, trägt dazu noch Pollen von Efeu und etwas Nektar ein, dichtet die Beute mit Propolis ab. Insgesamt nimmt die Bienenmasse ab. Die Checkliste hilft, dem Bienenvolk einen guten Start in den kommenden Winter zu ermöglichen.

Ersterstellung 26.09.2026

 

Checkliste „Einwinterung von Bienenvölkern vorbereiten“

( ) ______ Absperrgitter entnehmen.

( ) ______ Bodengitter kontrollieren / reinigen.

( ) ______ Flugloch gegen Velutina und Mäuse einengen.

( ) ______ isolierenden Deckel kontrollieren / einbauen

( ) ______ Futtermenge konrollieren.

( ) ______ Wabenhygiene: alte, leere, schwarze Waben entnehmen.

( ) ______ Volk je nach Größe vertikal eng sortieren und ggf. schieden

( ) ______ Kristallzuckertasche beihängen.

( ) ______ Leere Tasche für Flüssigfutter hinter Schied zuhängen

 

Anhang

Quellen

Zur „Physik des Beutendeckels“

Warmer Kopf für Bienen – Beuteninnendeckel aus XPS

Glossar

Wintertraube

Die Wintertraube ist eine  Überlebensstrategie der Honigbienen – als staatenbildende Insekten – für die kalte Jahreszeit. Da Bienen keinen Winterschlaf halten und bei niedrigen Temperaturen erstarren würden, schließen sie sich bei sinkenden Temperaturen im Bienenstock zu einer dichten Kugel zusammen. Dieses Phänomen beginnt typischerweise, sobald die Außentemperaturen dauerhaft unter 8 bis 10 °C fallen.

Die Wintertraube ist in Schichten aufgeteilt. Im Zentrum sitzt die die Königin. Sie wird von den Arbeiterinnen umschlossen und warm gehalten. Dauerhaft kühle Temperaturen schaden den Spermienvorräten in der Königin. Die äußere Schicht bildet eine  Isolationshülle aus Bienen, die dicht an dicht sitzen. Die Bienen an der Außenhülle kühlen mit der Zeit ab. Bevor sie jedoch bei unter 10 °C erstarren, findet eine ständige Bewegung der Bienen von außen nach innen statt. Die aufgewärmten Bienen aus dem Inner nach außen, während die ausgekühlten Bienen ins wärmere Zentrum drängen, um sich zu erholen.

Die Wintertraube sitzt in direktem Kontakt mit den Futterwaben. Sie wandert im Laufe des Winters als geschlossene Kugel ganz langsam über die Waben, um den Vorrat nach und nach zu verbrauchen. Reißt dieser Kontakt ab – weil es zu kalt ist, als dass sich die Kugel bewegen könnte –, kommt es zum Futterabriss.

Dank

Ich danke den Imkerkolleginnen und -kollegen in den Vereinen Imkerverein Viersen Stadt (80 Mitglieder) und Imkerverein Krefeld (130 Mitglieder)  für die stete Diskussionsbereitschaft und konstruktive Kritik.

Autor

Prof. Dr. Claus Brell

Bienensachverständiger NRW

Wespen- und Hornissenberater

Obmann für neue imkerliche Betriebsweisen im Imker-Kreisverband Viersen Krefeld

abgeschlossene Bienen-Projekte:  Biene40,Steel4Bees, AI4Bee

CC BY 
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