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Ansicht des Hummelniskastens vor einer Hauswand

Hummelnistkasten 2019

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In 2019 soll ein oberirdischer Hummelnistkasten für Erdhummeln (Bombus Terrestris) erprobt werden. Ein wichtiger Aspekt die Möglichkeit, Hummeln bei der Brutpflege beobachten zu können.

Ziel und Anforderungen für den Hummelnistkasten 2019

Ziel ist, das Brutverhalten vor Hummeln mit Sensoren zu erfassen, eine Videobeobachtung zu ermöglichen und die Daten über das Internet bereitzustellen. Die Technik soll so einfach sein, dass jeder sie nachbauen kann (Abb.1). In 2018 wurde in Zusammenarbeit mit Cornel van Bebber ein unterirdischer Hummelnistkasten aus Gasbeton entwickelt und getestet. Die Tests waren nicht erfolgreich, in 2019 wird eine andere Technik erprobt.

Das erfordert einen Hummelnistkasten, der mechanisch stabil und bearbeitbar ist. Weiterhin soll der Kasten es erlauben, dass man ihn nach erfolgreicher Besiedlung umstellt (Vgl. Bienenbeuten des Wanderimkers). Für die Anbringung von Videotechnik  und den Sensoren sollen von vornherein die baulichen Gegebenheiten vorhanden sein.

Die Sensortechnik folgt den Experimenten an Bienenbeuten aus 2018 (Brell 2018) und soll folgende Messgrößen umfassen:

  1. Temperatur in verschiedenen Zonen des Nistkastens.
  2. Luftfeuchte
  3. CO2
  4. Geräuschanalysen

Ein Befall mit Wachsmotten soll vermieden werden. Es wird das System von Harry Abraham, die Wachsmottenklappe,  (Abraham o.J.) eingesetzt.

Die Anforderung nach Stabilität und Bearbeitbarkeit wird durch ein Holz-Außengehäuse gewährleistet. Die Anforderung nach eine schnellen Hummelvolkentwicklung soll durch eine Innendämmung mit XPS Schaum Platten erreicht werden. Die Forrm ist so konzipiert, dass der Kasten auf dem Boden an einer Hauswand steht.

Abb. 1: Mit wenig Material und Werkzeug zum Hummelnistkasten

Materialien und Pläne

Für das Außengehäuse werden als „IkeaHack“ 19 mm Kiefernleimholzplatten des Ivar-Regals verwendet. Aus zwei Regalböden lassen sich alle Holzteile mit wenig Verschnittt erstellen (Abb. 2). Das Aussengehäuse ist in Abb. 4 zu sehen. Insgesamt sind die Außenmaße B=48cm, T=20 cm, H=20cm.

Für die Innendämmung werden 20 mm XPS Dämmplatten aus dem Baumarkt verwendet.

Die Füße, der Einsatzrahmen für das Sichtfenster, der Knauf für den Sichtfensterverschluss und das Lüftungsgitter stammen aus dem 3D-Drucker. Der geneigte Heimwerker wird hier ggf. andere Materialien bevorzugen.

Das Sichtfenster erhält eine 0,4 mm Folie, die sonst als Abdeckfolie von Imkern eingesetzt wird.

Die „Innenausstattung“ besteht aus speziellem Kleintierstreu aus Baumwolle und einer kleinen vorgefertigtem Nestkugel aus Katzen-Unterfell (Dank an die beiden Siamkatzen Claude und Claire für die Haarspende)

Abb. 2: Zugeschnittene Holzplatten

Aufbau und Montage des Hummelnistkastens

Die Bretter werden mit einem teflonbeschichteten Fuchsschwanz aus den Regalbrettern gesägt. Den Schnittplan zeigt Abb. 4. Alle Seitenteile werden mit der Bodenplatte verschraubt (Abb. 4). Der Deckel liegt später nur auf und wird durch vier Holzdübel fixiert..

Die XPS Platten lassen sich sehr gut mit einem scharfen Küchenmesser auf Gärung schneiden. Für die Innendämmung gibt es kein Schnittmuster, die Zurichtung erfolgte nach Augenmaß.

Das Holz wird einmal mit Leinöl imprägniert. Auf den Deckel kommt eine Auflage aus Teichfolie. Die se Konstruktion hat sich bereits bei Singvogelnistkästen bewährt.

 

Abb. 3: Erste Konstruktionszeichnung, Schnittplan der Holzplatten

Abb. 4: Das montierte Außengehäuse

Innenleben des Hummelnistkastens vor Befüllung

Abb. 5: Das Gehäuse mit Innendämmung und eingebautem Wellschlauch.

In den Kasten wird Kleintierstreu und ein vorgeformtes Mini-Nest aus Katzenhaaren eingebracht. Abb. 5 zeigt die Materialien, der Einbau ist in Abb. 6 zu sehen.

Kleintierstreu und Katzenhaare

Abb. 5: Kleintierstreu aus Baumwolle und Katzenhaare

 

Innenleben des Hummelnistkastens

Abb. 6: Mit Kleintierstreu und Katzenhaaren befüllter Hummelnistkasten

Hummelnistkasten - Blick durch das Fenster

Abb. 7: Der Blick durch das Sichtfenster in den Hummelnistkasten. Rechts ist der Wellschlauch (Simulation des Mäusegangs) zu sehen, durch den die Hummeln in den Kasten gelangen.

Aufstellung

Die erste Aufstellung erfolgt an der Ostseite eines Wohnhauses mit dem Einflugloch nach Südosten. An dieser Stelle wurden in den vergangenen Jahren öfter suchende Erdhummelköniginnen beobachtet.

Erfahrungen und Beobachtungen

Ab 17.02.2019 steht der Hummelnistkasten bereit. Sobald erste Erfahrungen vorliegen, sind sie hier zu finden. Im Falle einer Besiedlung soll der Kasten auf den Hochschul-Campus in Mönchengladbach umziehen.

Erdhummelvideo im Zeitraffer

Im Rahmen der Schulkooperation mit der Bischöflichen Marienschule ist es gelungen, bei Biologielehrer Cornel van Bebber Zeitrafferaufnahmen von Erdhummeln im Nistkasten von 2018 anzufertigen:


Direkter Link zu youtube:
https://youtu.be/cwHI7sQNxqA

 

Quellen

Abraham, Harry (o.J.) Das Hummelhaus, Online Ressource https://www.das-hummelhaus.de/

Brell, Claus (2019) Der Körperwärme des Biens auf der Spur – Internetgestützte Temperaturanalyse zur Überwachung von Bienenvölkern In: bienen&natur 02.2019, München. S. 18-19. Zu den Verlagsseiten

Van Bebber, Cornel (2019) Aktion Hummelschutz. Online Ressource https://aktion-hummelschutz.de/ 

 

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