Ebass Box Umbau 18 Zoll Speaker Thomann the Box 500Watt

Die umgebaute Glockenklang Box auf 18 Zoll Thomann 18-500/8A

„Der Bass ist zu leise“ sagten die Musikerkollegen. Das ist nun Geschichte. Eine gebrauchte 90 Liter-Box (als Glockenklang tituliert, ehemals 2 mal 12 Zoll Speaker) wurde entkernt und umgebaut auf einen 18 Zoll Speaker, der auch einen 800-Watt Verstärker aushält und mit 97 db/W/m auch ordentlich Schalldruck liefert. Ein Experiment, was man mit einem preiswerten Lautsprecher (Thomann the Box 18-500/8A) erreichen kann. Hier ist mit „Ebass Box Umbau 18 Zoll Speaker Thomann the Box 500Watt“ eine Beschreibung des Umbaus in Bildern. Das Titelbild zeigt die fertige Box neben meinem Ibanez MicroScale-Bass und einem Harley Benton Block 800B Bassverstärker.

Erstellt 05.01.2026

Die Box

Die Box wurde gebraucht als mehrfach von Vorbesitzern umgebaute Glockenklang gekauft. Darin waren zwei 12-Zoll Lautsprecher, ein Celestion BX122560 und ein Eminence Delta light 2512 verbaut. Die Lautsprecher – obgleich einzeln gut – harmonieren nur begrenzt miteinander, die Box hatte eine Bassrefelxabstimmung, die beim tiefen E einen akustischen Kurzschluss erzeugte. Der von den Mitmusikanten erwartete Schalldruck war so unter 200 Hz nicht zu erreichen. Das Holz der Box – 22mm Birkensperrholz – und die Verarbeitung war gut, so dass diese für einen Umbau geeignet schien.

Entscheidungskriterien

Es geht nicht um HiFi und auch nicht um Klangnuoncen, primär sind der Schalldruck und die Belastbarkeit im Frequenzbereich von 40Hz bis 250Hz für die Proben entscheidend. Filigranes Schrauben am Klang kann bei den Aufnahmen und der Nachbearbeitung (z.B. mit Cubase AI, Yamaha UR12 = Steinberg IOX12) erfolgen. Mein Ibanez-Bass liefert mit den dicksten Ernieball Cobalt Flatwound Seiten ein ordentlichen Signal, das fast an Klavierseiten erinnert. Als Verstärker dient ein 800 Watt Digitalverstärker Harley Benton 800B, es werden außer dem eingebauten Kompressor keine Effektgeräte verwendet. Dar Sound orientiert sich grob an den Klangvorstellungen analog Steve Harris / Iron Maiden. Der (in der gebrauchten Box) vorhandene Celestion-12-Zoll-Speaker lieferte den gewünschten „Clacky-Sound“ und soll zukünftig dafür zusätzlich mit einem passiven Hochpass 1. Ordnung ab 400 Hz. eingesetzt werden.

Da alle Gerätschaften in einem meist unbeheizten Probenraum stehen, waren keine hochwertigen und -preisigen Komponenten  geplant. Die Wahl viel daher auf einen preiswerten 18-Zoll Lautsprecher. Es genügt, wenn der Lautsprecher den Bereich bis 1500 Hz bedienen kann. Recherchen ergaben: Es gibt viele Meinungen, aber wenig Messungen. Während Hersteller wie Eminence und Celestion alle Daten ihrer Treiber ins Internet stellen, sieht es bei günstigen Lautsprechern weniger gut aus. Weiter hinten (Abb. 2 und Abb. 9) sind die Werte des ausgesuchten Lautsprechers abgebildet.

Der Lautsprecher

Die Wahl viel auf einen 18 Zoll Speaker von Thomann (the Box 18-500/8A, https://www.thomann.de/de/the_box_speaker_185008a.htm)

Der Speaker kam – wie von Thomann gewohnt ordentlich verpackt – zwei Tage nach der Bestellung. Der Lautsprecher ist schwer, hat ein Alu Druckgussgehäuse und sieht gut verarbeitet aus. Die Anschlussklemmen nehmen werkzeuglos auch 4 Quadratmillimeter Kupferkabel auf.

Abb. 1: Der Speaker offen auf dem Schreibtisch.  Der Dichtring impliziert eine von-hinten-Montage. Der Rand enthält 8 Bohrungen für 6 mm Schrauben.

Abb. 2: Das mitgelieferte Datenblatt. Die Thiele-Small-Parameter sind leider nicht vollständig mit angegeben, aber der Frequenzgang und die Impedanzkurve. Die angegebene Peak-Belastbarkeit von 2kW und die Nenn-Belastbarkeit von 500W lässt darauf hoffen, dass der Lautsprecher den 800 Watt Digitalverstärker aushält. Die Schalldruckkurve sollte für den Probenbetrieb ausreichend sein.

 

Umbau der Box

Abb. 3: Box ohne 12 Zoll Lautsprecher. Zu sehen ist eine – von innen verschlossene – Öffnung für einen Hochtöner (der nicht mehr vorhanden war) und der seltsam berechneten Bassreflexöffnung.

Abb. 4: Das Innenleben der Box – im wesentlichen leer.

Abb. 5: Die Front großzügig aufgesägt. Die Sägearbeiten erfolgten mit einer preiswerten Stichsäge. Die Box ist so groß, dass der 18-Zoll-Lausprecher gerade hineinpasst. Die Box erhält eine neue Frontplatte aus Pappelsperrholz, die einfach vor die Reste der alten Front geschraubt werden.

Die neue Frontplatte wird aus zwei miteinander verleimten Pappelsperrholz-Brettern gefertigt. Die neue Frontplatte erhält einen runden Ausschnitt für die rückwärtige Montage des Lautsprechers und wird dann nach Montage des Lautsprechers in die Box geschraubt. Der Lautsprecher wird mit 6mm Gewindeschrauben befestigt. Da Pappelholz recht weich ist, dienen Einschlagmuffen als Gegengewinde.

Abb. 6: Verleimung der neuen Front. Zwei Platten aus 12mm Pappelsperrolz (ergeben 22mm Frontplattendicke) werden ausgesägt und miteinander verleimt. Milchpackungen haben sich als flexible Beschwerungen bewährt.

Abb. 7: Detailaufnahme – Die Befestigung des Lautsprechers von hinten.

Abb. 8: Das Ergebnis. Das vorhandene Stahlgitter – als Lautsprecherschutz – wird nun mit Kunststoffklipsen aus dem 3D-Drucker und 3mm-Schrauben fixiert. Die neue Frontplatte fügt sich in die Box ein. Zur Abdichtung wird Standard-Fenster-Schaum-Band verwendet.

Sound-Tuning und Tüfteleien

Die Bass Box mit dem 18-Zoll-Speaker tut was sie soll – sie liefert Bass. Für den „Clacky-Sound“ muss sich der Speaker anstrengen, dafür gibt es eine bessere und einstellbare Lösung. Die erste Idee, einen Breitbänder mit passiver Frequenzweiche anzuschließen, wird weiter verfolgt, ein erster Test mit einer aktiven Lösung scheint jedoch aussichtsreich: Eine vorhandene Gitarrenendstufe Harley Benton GPA-100 wird an den „SEND“ Ausgang des Bassverstärkers gehangen und treibt einen Breitbänder – hier im Bild ein Visaton 40 Watt Lautsprecher – an. Dabei wird der Bassregler des Zweitverstärkers ganz abgeregelt und der Mittenregler etwas aufgedreht.

Der SEND-Ausgang des Bassverstärkers Harley Benton 800-B liefert etwa Line-Pegel und ist hinter Kompressor und Klangregelung geschaltet. Auswirkung auf den Signalweg im Bassverstärker hat das nicht. Dadurch besteht so die Möglichkeit, experimentell den Anteil der Höhen zu ermitteln und schnell anders einzustellen.

Die Verkabelung sieht in der Übersicht aus wie in Abb. 9. Abb. 10 zeigt den Aufbau noch im heimischen Büro.

Das Bild zeigt als Blockschaltung zwei Verstärker für den Ebass. Der Zweitverstärker ist nur für obere Mitten und untere Höhen zuständig.

Abb. 9: Blockschaltbild mit zwei-Wege-Verstärkung

Abb.10:  Alle Geräte mit zwei-Wege-Verstärkung im Zimmerlautstärke-Testbetrieb.

Quellen und Links

Datenblatt für den 18 Zoll Speaker von 2010 – es stimmt allerdings nicht ganz mit dem mitgelieferten Datenblatt überein : 193265_bda_185008a_de_screen.pdf
Das mitgelieferte Datenblatt ist von 2021, Ein Thomann-Mitarbeiter wollte mir auf telefonischer Nachfrage keine Auskunft zu den Thiele-Small-Parametern geben. Hier sind die Daten noch aus dem alten Blatt abgedruckt, vermutlich haben sie sich geändert.

Abb. 9: Auszug aus dem alten Datenblatt von 2010

Ein anderes Boxen-Projekt hier in diesem Blog: Umbau eine Marshall-Kofferverstärkers auf Akku&draußen:  Marshall Bassamp Hack für draußen 

Der im Titelbild gezeigte Bassverstärker ist ein Teil für Modder … hier ein Beispielartikel, der mehr offenbart als die Bedienungsanleitung: https://www.bassic.de/threads/der-hb800b-modding-thread.14870766/

 

 

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