Ebass Hacks: Amp Headphone Attenuator

DE: Manchmal wäre es praktisch, die ganze Klangkette Ebass / Gitarre -> Pedalboard -> Verstärker in Zimmerlautstärke und ohne den Einfluss der Box mit einem Kopfhörer testen zu können. Oder man braucht für eine Aufnahme ein Line-taugliches Signal aus dem Ausgang des alten Röhrenverstärkers. Dazu ist ein Attenuator (Signal-Abschwächer) hilfreich. Dieser ist schnell zusammengebaut – hier ist die Bauanleitung.

Das Titelbild zeigt den Amp Headphone Attenuator (Verstärker zu Kopfhörer Abschwächer) fertig aufgebaut im 3D-Druck-Gehäuse auf einem 700 Watt Ebass-Digitalverstärker neben einer 100 Watt Gitarrenendstufe. Damit können auch komplexere Einstellungen und Austesten der Send-Return-Anschlüsse zuhause ohne Boxenschleppen* vorgenommen werden.

EN: Sometimes it would be useful to be able to test the entire sound chain (electric bass/guitar -> pedalboard -> amplifier) at room volume and without the influence of the speaker cabinet using headphones. Or you may need a line-compatible signal from the output of your old tube amplifier for a recording. An attenuator (signal attenuator) is helpful for this. This is quick to assemble – here are the instructions.

The cover photo shows the amp headphone attenuator fully assembled in a 3D-printed casing on a 700-watt electric bass digital amplifier next to a 100-watt guitar power amplifier. This allows you to make more complex settings and test the send-return connections at home without having to lug around speakers.

(*) Der Verstärker treibt sonst eine Box mit 18 Zoll Lautsprecher und einem Gewicht von 36 kg an. Die Box bleibt besser im Probenraum.

Ersterstellung 11.01.2026
Überarbeitung 22.01.2026

Anschlussmöglichkeiten und Nutzung

Der Amp Headphone Attenuator hat einen 6,3mm Mono-Klinkenanschluss für den Verstärkerausgang und zwei Anschlüsse in Stereoklinke 3,5mm und 6,3mm. Somit können Kopfhörer mit unterschiedlichen Anschlüssen verwendet werden. Einfache Ohrhörer für das Handy tun es auch. Das Mono-Signal des Verstärkers gelangt zu gleichen Teilen auf die beiden Kopfhörer-Stereoausgänge, ist also kein echtes Stereo.

Die Leuchtdioden zeigen das Verstärkersignal ab etwa 2,4V mit einem leichten Glimmen an. Am Kopfhörerausgang kommen dann etwa 0,2V heraus, etwas weniger bei niederohmigen Kopfhörern.

Es ist auch möglich, ein Aufnahmegerät an die 3,5mm Buchse anzuschließen und parallel an 6,3mm einen Kopfhörer. Das wäre dann sinnvoll, wenn man den Originalklang seines alten Röhrenverstärkers auf die Aufnahme bannen will. Das ist authentischer als eine Amp-Simulation in der Aufnahmesoftware.

Der Abschwächer arbeitet rein passiv und benötigt keine Batterien.

EN: Connection options and use

The Amp Headphone Attenuator has the following connections:
– 6.3 mm mono jack for the amplifier output
– Two stereo jack connections: 3.5 mm and 6.3 mm This means that headphones with different connections can be used. Even simple earphones for mobile phones will work. However, as the mono signal from the amplifier is sent equally to both stereo headphone outputs, it is not true stereo.

The LEDs indicate the amplifier signal with a slight glow from approximately 2.4 V. The headphone output then provides an output of approximately 0.2 V, which is slightly less for low-impedance headphones.

You can also connect a recording device to the 3.5 mm jack and headphones to the 6.3 mm jack in parallel. This would be useful if you want to capture the original sound of your old tube amplifier in your recording. This is more authentic than using an amp simulation in recording software.

The attenuator is purely passive and does not require batteries.

Aufbau

Der Aufbau erfolgt „fliegend“. Die Bauteileliste gibt Liste 1 wieder. Die stabilen 6,3mm Klinkenbuchsen dienen als Träger für die übrigen Bauteile.

Zunächst werden die acht 470 Ohm Widerstände in zwei Gruppen zu je 4 parallel verlötet und in Schrumpfschlauch gepackt. Die Leuchtdioden finden Halt auf einem Stück Schaltdraht am Masseanschluss der Klinkenbuchse.

Die 10 Ohm Widerstände werden direkt an die 3,5mm Klinkenbuchse gelötet. Die 6,3mm Klinkenbuchse wird mit dünner Litze einfach dazu parallel geschaltet. 

EN: Assembly

Assembly is carried out ‚on the fly‘. The components are listed in List 1 and the sturdy 6.3 mm jack sockets serve as supports for them.

First, eight 470 Ω resistors are soldered in parallel in two groups of four and placed in heat-shrink tubing. The light-emitting diodes are held in place on a piece of connecting wire at the ground connection of the jack socket.

The 10 Ω resistors are soldered directly to the 3.5 mm jack socket. The 6.3 mm jack socket is connected in parallel with thin stranded wire.

Abb. 1: Erste grobe Skizze für das Gehäuse
Fig. 1: Initial rough sketch for the casing

 

Abb. 2: Das fertige kleine Gerät mit einem Gehäuse aus dem 3D-Drucker
Fig. 2: The finished small device with a casing from the 3D printer

Der sich daraus ergebende Spannungsteiler hat je Kanal einen Ausgangswiderstand von 10 Ohm, das liegt unter der Impedanz handelsüblicher Kopfhörer und hat sich als ausreichend erwiesen.

Der Eingangswiderstand liegt bei über 120 Ohm, auch im Probenraumbetrieb könnte der Amp Headphone Attenuator parallel zu den Boxen – z.B. für Aufnahmen – betrieben werden. Die Endstufe wird kaum etwas davon merken.

8 Stück Widerstände 470 Ohm 0,25W (für Spannungsteiler)
2 Stück Widerstände 10 Ohm 0,25W (für Spannungsteiler)
2 Stück 6,3mm Klinkenbuchse, davon min. eine Stereo
1 Stück Widerstand 2k2 0,25W (Vorwiderstand LEDs)
1 Stück 3,5mm Klinkenbuchse Stereo
1 Stück Leuchtdiode blau
1 Stück Leuchtdiode rot
Etwas Schaltdraht
Etwas flexible Litze
Gehäuse z.B. aus dem 3D-Drucker

Liste 1: Bauteile. Man erhält die Bauteile leicht bei den üblichen Versendern Reichelt, Conrad, Mauser…

Schaltplan

Die Schaltung ist denkbar einfach. Jeweils vier parallel geschaltete 470 Ohm-Widerstände bilden mit einem 10 Ohm Widerstand einen Spannungsteiler, der das Signal für den Kopfhörer abschwächt. Am Eingang sind über einen 2,2 Kiloohm Widerstand zwei Leuchtdioden antiparallel geschaltet, sie geben eine optische Kontrolle über das anliegende Signal. Das hat sich in der Vergangenheit als praktisch erwiesen. Für die Grundfunktion des Abschwächers könnten diese auch weggelassen werden. 

EN: Circuit diagram

The circuit is very simple. Four 470-ohm resistors connected in parallel form a voltage divider with a 10-ohm resistor, which reduces the signal strength for the headphones. Two light-emitting diodes connected in anti-parallel via a 2.2 kΩ resistor provide visual control over the applied signal at the input. This has proven practical in the past. However, these could be omitted if the attenuator is to perform its basic function only.

Abb. 3 Schaltplan des Amp Headphone Attenuators. Zu sehen sind die beiden antiparallel geschalteten Leuchtdioden D1 und D2 mit dem strombegrenzenden Widerstand R5, R1 und R2 bestehen jeweils aus vier parallelgeschalteten Widerständen, um besser die Wärme abzuführen, R1 und R3 sowie R2 und R4 bilden jeweils einen Spannungsteiler für die Abschwächung.
Fig. 3 Circuit diagram of the Amp Headphone Attenuator. The two anti-parallel connected light-emitting diodes D1 and D2 with the current-limiting resistor R5 can be seen. R1 and R2 each consist of four resistors connected in parallel to better dissipate heat. R1 and R3 as well as R2 and R4 each form a voltage divider for attenuation.

Gehäuse

Das Gehäuse ist einfach, wurde mit Tinkercad designed und besteht aus zwei Teilen:

  1. Das Gehäuse, das die Elektronikkomponenten aufnimmt
  2. Eine Frontblende, die die Anschlüsse kennzeichnet

Die Bauteile können mit jedem 3D-Drucker gedruckt werden. Die Frontblende wird besonders schick, wenn man nach 1,4mm die Filamentfarbe wechselt.
Als Drucker kam hier ein Bambu Lab P1S mit AMS und PETG-Filament von SUNLU zum Einsatz. 

Die mit Tinkercad erstellen STL-Dateien für das Gehäuse und die Frontblende kann man sich hier in einer ZIP-Datei herunterladen.

EN: Housing

The housing is simple and was designed using Tinkercad. It has two parts:
1. The box that holds the electronic parts.
2. A front panel with labels for the connections.
You can print the parts using any 3D printer. The front panel looks really good if the filament colour is changed after 1.4 mm.
A Bambu Lab P1S printer with AMS and PETG filament from SUNLU was used to print the object.
You can download the 3D-printed models (STL files) for the housing and front panel here. These were created with Tinkercad.

ZIP-Archiv mit den STL-Dateien für das Gehäuse zum Download

Funktionstests

Trockentest im Arbeitszimmer

Der 700 Watt Verstärker (Harley Benton Block 800B) bringt bei einem Sennheiser HD280 Pro (80 Ohm) eine angenehme Lautstärke.

Eine Gitarrenendstufe mit 100 Watt an 4 Ohm (Harley Benton GPA-100) mit zusätzlichem Preamp kann ganz aufgedreht werden, die Lautstärke im Kopfhörer ist dann kurz unter der Schmerzgrenze.

Beide Einstellungen erzeugen an großen Boxen brauchbare Probenraum-Lautstärken. 

Die LEDs flackern schön und geben auch ein optische Rückmeldung über das Signal.

Tests im Probenraum

Tests mit den Röhrenverstärkern im Probenraum und Aufnahmen als „DI-Ersatz“ stehen noch aus.

EN: Tests to check how well the function works

The study involved a dry test.

The amplifier (Harley Benton Block 800B) is 700 watts and the Sennheiser HD280 Pro headphones (80 ohms) are nice and loud.

A 100-watt guitar amplifier (Harley Benton GPA-100) with an additional preamp can be turned up all the way, bringing the volume in the headphones to just below the pain threshold.

Both settings produce enough volume for rehearsing on large speakers.

The LEDs flicker nicely and also provide visual feedback about the signal.

Tests in the room where the band rehearses.

Tests with the tube amplifiers in the rehearsal room and recordings as a ‚DI replacement‘ are still pending.

 

 

 

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